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Erlebnisse und Bekenntnisse : ein Kapitel Lebenserinnerungen des früheren Herausgebers der Zeitschrift "Das Neue Reich" und "Schönere Zukunft" / Joseph Eberle
Entstehung
Seite
39
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Use of History, in dem der Satz, Gott sei überflüssig ge- worden, radikal aufgegeben ist, wird u. a. festgestellt, die Kirche in Deutschland habesich tap- ferergehaltenalsjedeanderelnstitution desReiches; es wird da von P. Hutchinson auch ein Wort des bekannten Physikers Einstein zitiert, die Kirche habe die einzige bedeutende innere Ablehnung gegenüber dem Nationalsozialismus bis zu seinem Unter- gang gezeigt(vgl.Orientierung, Zürich, vom 15. 4. 47). Es ist auch noch Folgendes zu bedenken, das die politische Nicht-Rebellion der Bischöfe in neuem Licht zeigt und weiterhin begründet. So sehr die Politik Hitlers abzu- lehnen war, so sehr hatten deutsche und österreichische Bischöfe bei ihren Völkern anzuerkennen, was ihnen nach natürlichem und göttlichem Recht in der internationalen Welt zustand. Völker haben das Recht, um Befreiung von allzudrückenden Tributlasten zu ringen, haben das Recht auf angemessenen Lebensraum. Daß Hitler das auf völlig falschen Wegen versuchte, durfte nicht dazu führen, nun das Kind mit dem Bad auszuschütten und jeden Patriotis- mus zu verneinen. Da nun aber Hitler immerfort seine Partei und die echten Volksinteressen identifizierte und diese Gleichsetzung auch im Bewußtsein ungezählter Deutschen erreichte, war es für die Bischöfe unendlich schwer, das Unrecht in der Weise abzulehnen, daß da- durch nicht auch das Berechtigte im Bewußtsein der Mas- sen abgelehnt wurde. Hieß es nicht schon immer, seit der Zeit der Protestantenmehrheit in Deutschland, die deut- schen Katholiken seien schlechte Patrioten, ihr Herz ge- höre nicht der Heimat, es sei ultramontan zentriert, sie stünden im Bunde mit den Gegnern der Heimat? Unter sol- chen Umständen war es doppelt schwer, Hitler politisch zu bekämpfen, ohne in den Verdacht des Vaterlands- verrats zu kommen. Die Klugheit, die die Bischöfe den rechten Weg finden ließ, ist aller Achtung wert.

So täten denn gewisse Kritiker besser, ihr eigenes Ge- wissen zu erforschen, anstatt dem deutschen und öster- reichischen Episkopat Vorwürfe zu machen. Umso mehr, je unzulänglicher sie selber sind. Wer sind denn die

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