ben, wie man den Weizen siebt, bis alle Spreu zu Boden gefallen ist und die reine Frucht in die Scheunen Gottes gebracht wird.
Dr. Meßger gehört zu diesen Opfern und hat uns, in carcere et vinculis, und zwar in härtester Haft, Briefe und Abhandlungen hinterlassen, die zum Wertvollsten der gesamten Gefangenenliteratur ge- hören. Um sie recht zu würdigen, müssen sie in die Reihe der großen Bekenntnisse aus Gefängniszellen gestellt werden, weil ihre Individualität erst aus diesen historischen Typen aufleuchtet.
Der Größte ist sicher der Apostel Paulus, den Meßger sich als Gründer der„Christkönigs-Ge- sellschaft vom Weißen Kreuz“ zum Paten erwählt hat. Er hieß in ihr„Bruder Paulus“, und in den legten Jahren nannte man ihn immer nur„Vater Paulus“. Keine Frage: Paulinischer Geist und pau- linisches Temperament lebten in ihm, und in allem suchte er ihm nachzustreben, besonders in der all- umfassenden, wagemutigen, selbstvergessenden Liebe, die in ihrer glühenden Hingabe zu Chri- stus, dem König, immer zum Einsag an der ge- fährlichsten Stelle drängte. Wie wenige hat er stets von neuem die Paulusbriefe gerade nach der menschlichen Seite hin studiert und mit der Be- geisterung eines Jünglings davon geschwärmt, als ob er sich nach dem Schicksal des Völkerapostels
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