Reichsbund der deutschen evang.PiarrervereineE.V. an Generaladmiral Raeder betr.: Enthaftung von Piarrer Martin Niemöler.
Nürnberg, den 21. Mai 1938.
Herrn
Generaladmiral Dr. h. c. Raeder Berlin Reichswehrministerium.
Herr Generaladmiral!
Wie uns berichtet wird, findet Anfang Juni die Einweihung des U-Boot-Ehrenmals an der Kieler Förde statt, zu der alle noch lebenden ehemaligen U-Boot-Offiziere und Mannschaften erwartet werden. Es ist uns bekannt, daß weite Kreise der Kieler Bevöl- kerung damit rechnen, daß Pfarrer Martin Niemöller bis dahin
wieder auf freien Fuß gesetzt wird, damit auch er als ehemaliger
U-Boot-Kommandant an dieser Feier teilnehmen kann. Darüber hinaus bewegt und bedrückt die ganze deutsche Pfarrerschaft, die sich eben anschickt, den Treueid auf Führer und Reich zu leisten, das Schicksal ihres Bruders Niemöller, der nun schon seit Monaten ohne jeden ersichtlichen Grund im Konzentrationslager Sachsen- hausen festgehalten wird, nachdem er die über ihn gerichtlich ver- hängte Freiheitsstrafe durch die Untersuchungshaft abgebüßt hat.
Aus allen Gauen des Reiches wird der Unterzeichnete sowohl von Geistlichen, als auch von Gemeinden ununterbrochen bestürmt, doch alles zu tun, um Martin Niemöller freizubekommen. Generaladmiral zu
Aus diesem Grund erlaube ich mir, Herrn Amtsbruders ein-
bitten, sich für die baldige Freilassung unseres setzen zu wollen.
Ein besonderes Entgegenkom herige Aussprache gewährt werden wollte.
Das Ehrenblatt der deutschen Pfarrerschaft dengedenktag bitte ich beilegen zu dürfen.
men wäre es, wenn uns eine VOr-
vom letzten Hel-
123


