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Dokumente zum Abwehrkampf der deutschen evangelischen Pfarrerschaft gegen Verfolgung und Bedrückung : 1933 - 1945 / Reichsbund der Deutschen Evang. Pfarrervereine e.V. ; Für den Verband der Deutschen Evang. Pfarrervereine e.V. verantwortlich herausgegeben von seinem Vorsitzenden Kirchenrat Fritz Klingler
Entstehung
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haupt die evangelische Pfarrerschaft gewesen sei in den Zeiten der vaterländischen Not des ersten Weltkrieges. Wir konnten ihm in einer umfassenden Denkschrift den Blutzoll nachweisen, den die evangelische Pfarrerschaft getragen hat. Noch 1943, als der Unter- zeichnete für einen verhafteten Amtsbruder bei einem stellvertre- tenden Gauleiter eintrat, wurde ihm gesagt:Ich sage Ihnen wohl kein Geheimnis mehr, nach dem Krieg wird es in Deutschland keine Pfarrer mehr geben.

Doch über Einzelnes möge man diese Blätter nachlesen! Sie zeugen nur von einem Teil des Kampfes, den wir zu bestehen hat- ten. Der Kampf war hart, und bei der verborgenen Art, in der er geführt wurde, oft nervenzerreißend. Das größte Opfer aber wurde von einer ganz anderen Seite gebracht.

Diese zwölf Jahre waren die hohe Bewährungszeit der evan- gelischen Pfarrfrau. Oft hätte eine kleine Handlung, ein unschein- bares Wort genügt, um Leid und Not von dem Pfarrhaus abzuwen- den. Unsere Pfarrfrauen haben durch ihre tapfere Haltung den Pfarrherrn das Stehen und Bestehen leichter gemacht. Ohne zu klagen sahen sie ihre Männer in politische Haft, in die Konzentra- tionslager, ja in den Tod gehen. Dafür danken wir ihnen. Sie haben die Probe bestanden. Auch dadurch daß sie, wo es nur ging, die Pflichten des Amtes in Hausbesuchen, Unterricht und Lesegot- tesdiensten erfüllten. Wir vergessen vor allem nicht die Frau un- seres rheinischen Amtsbruders Paul Schneider aus Dickenschied, der im Konzentrationslager Buchenwald um seines Bekenntnisses zu Christus willen buchstäblich zu Tode geprügelt wurde,

Daß wir in allem diesem von einemWir sprechen konnten und sprechen können, ist der große Gewinn dieses Kampfes der zwölf Jahre. In einer kaum bei einem anderen Stand so zu finden- den Geschlossenheit stand die evangelische Pfarrerschaft zusam- men, geeint in dem Reichsbund der deutschen evangelischen Pfar- rervereine, bis auf ein kleines Häuflein, das kirchliches Geschehen politischer Gewalt unterstellen wollte. Es ist der tiefste Gewinn die- ser zwölf Jahre, daß über alle Grenzlinien und Gräben recht ver- schiedener Einstellung zum kirchlichen Geschehen ein Bruderbund erwachsen konnte, in dem sich immer wieder bewahrheitete:Lei- det ein Glied, so leiden alle Glieder. Dieses in Notzeiten bewährte brüderliche Ferment ist von nicht geringer Bedeutung für das Neu- werden der evangelischen Kirchen Deutschlands und, bei deren

Bedeutung für das Volksganze, auch für unser Volk. So hatte auch diese Not ihren Se

sie uns bestehen ließ und uns in alle

Zusammenstehens schenkte,

gen. Gott sei gedankt, daß er r Not den Segen brüderlichen

Klingler.

Jelir das Himı

Selig schmähe: sie daran

Seid lohnt we euch geı