DIES BALLADE NON DER BRUCKE
Hoch über den werdenden Kanal haben wir eine Brücke geschlagen. Wir waren zwanzig an der Zahl
und bauten sie in zwanzig Tagen.
Wir rammten die Pfeiler in den Grund; das war ein schweres, wuchtiges Rammen, wir griffen am Seil uns die Hände wund, bis uns die Augen in Tränen schwammen.
Wir wälzten die schweren Balken heran, die Eisenträger, die schlanken Schienen, wir packten die Ketten, die Hebel an und waren ächzende Menschenmaschinen.
Die Möven segelten über uns hin,
die Sonne brannte auf Armen und Nacken, Schweißtropfen perlten von Stirn und Kinn — und dennoch galt es fest zuzupacken.
Dann kam der Wind mit dem Wolkenmeer und Regenschauer rauschten hernieder. Der Tag ward lang, das Werk so schwer, die Müdigkeit fraß unsere Glieder.
Aber wir werkten unentwegt,
über uns Wolken und unter uns Wogen; wir haben die Träger mit Bohlen belegt und Streben von Pfeiler zu Pfeiler gezogen.


