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Die Gitterharfe : Gedichte 1933 - 1945 / Hans Lorbeer
Entstehung
Seite
22
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Die Wiesen leuchten bunt von Farben, ein Heer von Blumen stieg herauf.

Die Bienen und die Schmetterlinge,

sie brechen alle Kelche auf.

Der Tag hat seine weißen Wolken. In leichten Sprüngen weht der Wind hinan die spiegelklaren Fluten,

die plötzlich rauhe Tücher sind.

Bussarde wandern auf und nieder. Am Ufer jagt ein Storchenpaar.

Die Angler hängen an der Rute.

Ein Mädchen kämmt das nasse Haar.

Fünf volle Kähne schleppt der Dampfer den Strom hinan; dicht quillt der Rauch, Die Mutter und die nackten Kinder ruhn hinterm kühlen Weidenstrauch.

Lachen und wildes Wasserplantschen hallt durch den Tag. Ein Junge singt, bis dann des Dampfers nahes Rauschen das kleine Sommerlied verschlingt.

Die Luft ist dunkel, riecht nach Kohle und Asche; Ketten rasseln laut.

Wild quirlt das Wasser, das in Wogen sich vor den dicken Kähnen staut.

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