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Übertragung des Glimmfeuers. Der Narthexstengel(ferula communis), gem. Steckenkraut, eignete sich durch sein Mark besonders zum Fort- glimmen, und noch heut wird dasselbe als Zunder benutzt.
Auch die Thatsache, dafs Höhlenmenschen Europas schon im Besitz des Feuers waren, während ihre Werkzeuge noch ganz untergeordneter Art waren, schliefst eine künstliche Feuergewinnung aus.
Zur Zeit der Entdeckung Australiens fand man bei den Eingeborenen stets ein Stück glimmendes Holz in Verwahrung und begegnete ihnen mit einem brennenden Stück Holz in der Hand.
Bei den alten Germanen finden wir die Entlehnung des Feuers vom Nachbar als etwas Gewöhnliches; auch zogen sie stets zur Landgewinnung mit einem Feuerbrande aus. In den letzten Jahrhunderten war die Sitte, Feuer zu leihen, in den nordischen Städten noch sehr verbreitet, ganz ebenso wie früher in Rom die Hausfrau von Haus zu Haus lief, um sich in einem Gefäfs Glühkohlen zu holen.
Die Erzeugung des Feuers durch Werkzeuge ist im ganzen Alter- tum bis ins Mittelalter hinein eine höchst vereinzelte gewesen.
Karls des Grofsen(800— 814) kaiserliche Wohnhäuser haben noch beständiges Herdfeuer unterhalten, selbst wenn sie unbewohnt waren.
Auch die nordländischen Bauernhäuser mögen sich erst im späten Mittelalter, wegen der Menge des zur Erhaltung eines fortwährenden Feuers benötigten Brennmaterials, zu einer Abänderung bequemt haben.
Die Erfindung der verschiedenen Werkzeuge aus Stein hat den Funken aus dem bearbeiteten Material gefördert; und da der Mensch bereits die Bekanntschaft des Feuers gemacht hatte, lag es nahe, dafs er den Funken auf einen Zunder zu übertragen suchte, welcher sich vielleicht zufällig durch das bearbeitete Holz bot. Die eigentliche Erfindung des Stein- feuerzeuges durch Schlagen hing von der Entdeckung eines leicht ent- zündlichen Körpers(etwa des Schwefels) ab.
In Italien zeigt sich später die Ausbreitung des Steinfeuerzeuges, oder die Methode des Schlagens von Steinen mit Eisen, von der schon Plinius spricht, durch die leichte Gewinnung des Schwefels erklärt.
Im Mittelalter ersetzte das aus Stahl und Stein gebildete Feuerzeug
dem über Land gehenden Manne den Feuerspan oder Feuerschwamm.
Das Feuerreiben war die älteste Art der Feuerentzündung, aber da der Erfolg wesentlich von der heifsen Atmosphäre abhing, beschränkte sich seine Verbreitung auf das Südseegebiet.
Die Feuerbohrer, die aus zwei verschiedenen Holzstäben und einer Messerklinge hergestellt wurden, hatten eine grofse Verbreitung, waren aber mühsam zu handhaben, denn es bedurfte geraumer Zeit, bis durch die Reibung der Messerklinge in der weichen Holzunterlage Feuer er- zeugt wurde.
Feuerbohrer verschiedener Vollendung fand man bei den Busch- männern, Nordindianern, Eskimos; bei den Brahmanen in Indien findet man sie sogar noch heute.
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