Vorwort.
An der Wende dieses Jahrhunderts erlebt das XBC der Küche seine fünfte Auflage. Mit Dank schliefse ich die immer neue Freuden in sich bergende Arbeit. Als Schulbuch in so vielen hauswirtschaftlichen Schulen eingeführt, trägt es als„Bindeglied“, wie einer unserer bedeutendsten Physiologen sich ausdrückte,„die wissenschaftliche Ernährungslehre in die Praxis.“ Er sagt:„Ohne eine derartige Vermittelung würde ein Nutzen für die Allgemeinheit trotz aller auf die Hygiene der Er- nährung aufgewendeten Arbeit gering sein.“ Das allgemeine Streben nach besserer Schulung in der Hauswirtschaft, in allen Klassen der Be- völkerung, hat Stadt- und Landregierungen diese Bildungsfrage nahe gerückt. Allerorten entstehen Schulen für die Ausbildung der Frau im hauswirtschaftlichen Beruf. Die vor 14 Jahren gegründete kleine Bildungs- stätte des Pestalozzi-Fröbelhauses durfte sich durch die aus liebevollem Verständnis hervorgegangene Schenkung einer hochherzigen Frau, Frau Wentzel-Heckmann, zu einem hauswirtschaftlichen Lehrerinnen- Seminar und zu einer reichgegliederten Schule auswachsen; diese Er- folge, auf einem noch vor 15 Jahren ganz unbebauten Boden recht- fertigen meinen Dank.
Hoffnungen schliefsen sich an alle gesunden Arbeiten und Be- strebungen, welche berufen sind, vielseitige und vitale Interessen des inneren und äufseren Menschen zu berühren. So möchte ich hoffen, dafs die Trägerinnen einer hauswirtschaftlichen Lehrmethode sich einer soliden und gründlichen Ausbildung nicht entzögen, und dafs alle studierenden Frauen, welche den Trieb haben, in der Welt etwas be- sonderes Gutes zu leisten, vor Beginn eines wissenschaftlichen Studiums im hauswirtschaftlichen Boden Wurzel schlügen. Dort werden sie eine Materie finden, die bis jetzt manchen gelehrten Berufen fremd, ihren. späteren Aufgaben ganz neue Seiten zuführen würde.
Da der Wunsch nach allseitig besserer Bildung in den Frauen lebendig ist, sichert derselbe dem ABC der Küche auch für die Zukunft seinen Weg.
Weihnachten 1899.
Hedwig Heyl.


