Druckschrift 
Kochbuch : aus dem Inhalte: Naturwissenschaft der Küche, Praxis der Küche, Rezepte, Anhang: Die schwedische Kochkiste und ähnliches, alphabetisches Register, weiße Blätter für Notizen und neue Rezepte / von Elise Hannemann, Vorsteherin der Kochschule und des Haushaltungsseminars des unter dem Protektorate Ihrer Majestät der Kaiserin stehenden Lettevereins zu Berlin
Entstehung
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Mun ruhen alle Wälder 2s dy

Nun ruhen alle Wälder, Vien. Menschen, Stadt und Felder, Bs schläft die ganze Welt: Ihr aber, meine Sinnen, Auf, auf! ihr sollt beginnen, Was eurem Schöpfer wohlgefällt.

Der Tag ist nun vergangen,

ie güldnen Sternlein prangen Am blauen Himmelssaal:

Also werd ich auch stehen,

Wenn mich wird heißen gehen Mein Gott aus diesem Jammertal.

Auch euch, ihr meine Lieben, Soll heute nicht betrüben

Ein Unfall noch Gefahr!

Gott laß euch ruhig schlafen, Stell euch die güldnen Waffen

Ums Bett und seiner Helden Schar! Paul Gerhardt

Im Ahandhuner

Abend wird es wieder, über Wald und Feld

Säuselt Frieden nieder,

und es ruht die Welt.

Nur der Bach ergießet

An den Mond

Füllest wieder Busch und Tal Still mit Nebelglanz,

Lösest endlich auch einmal Meine Seele ganz.

Breitest über mein Gefild

Lindernd deinen Blick, Wie des Freundes Auge mild Uber mein Geschick.

Jeden Nachklang fühlt mein Herz Froh und trüber Zeit,

Wandle zwischen Freud und Schmerz

In der Einsamkeit.

Fließe, fließe, lieber Fluß! Nimmer werd ich froh;

SO verrauschte Scherz und Kuß Und die Treue so.

Ich besaß es doch einmal, Was so köstlich ist!

Daß man doch zu seiner Qual Nimmer es vergißt!

Rausche, Fluß, das Tal entlang, Ohne Rast und Ruh,

Rausche, flüstre meinen Sang Melodien zu,

Wenn dunin der Winternacht Wütend überschwillst,

Oder um die Frühlingspracht Junger Knospen quillst.

Nachtlied Quellende, schwellende Nacht,

Voll von Lichtern und Sternen:

In den ewigen Fernen, Sage, was ist da erwacht!

Herz in der Brust wird beengt,

Steigendes, neigendes Leben,

Riesenhaft fühle ichs weben, Welches das meine verdrängt.

Schlaf, da nahst du dich leis, Wie dem Kinde die Amme, Und um die dürftige Flamme

Ziehst du den chützenden Kreis. Hebbel

Manche Nacht

Wenn die Felder sich verdunkeln, Fühl ich, wird mein Auge heller; Schon versucht ein Stern zu funkeln, Und die Grillen wispern schneller.

Jeder Laut wird bilderreicher,

Das Gewohnte sonderbarer, Hinterm Wald der Himmel bleicher, Jeder Wipfel hebt sich klarer.

Und du merkst es nicht im Schreiten, Wie das Licht verhundertfältigt

eich am Felsen dort, und er braust und fließet iiduei, iininer i'ri.

ad kein Abend bringet Frieden ihm und Ruh,

Keine Glocke klinget ihm ein Rastlied zu.

Sich entringt den Dunkelheiten.

Plötzlich stehst du überwältigt. G Penmer

Selig, wer sich vor der Welt Ohne Haß verschließt. Einen Freund am Busen hält Und mit dem genießt,

Was, von Menschen nicht gewußt Oder nicht bedacht, Durch das Labyrinth der Brust 80 in deinem Streben Wandelt in der Nacht. bist, mein Herz, auch du: Goethe Gott nur kann dir geben wahre Abendruh. Hoffmann von Fallersleben

Nachtgerãusche

Melde mir die Nachtgeräusche, Muse, Die ans Ohr des Schlummerlosen fluten! Erst das traute Wachtgebell der Hunde, Dann der abgezählte Schlag der Stunde, Dann ein Fischer-Zwiegespräch am Ufer, Dannè? Nichts weiter als der ungewisse Geisterlaut der ungebrochnen êtille, Wie das Atmen eines jungen Busens, Wie das Murmeln eines tiefen Brunnens, Wie das Schlagen eines dumpfen Ruders, Dann der ungehörte Tritt des Schlummers. C. F. Meper

Abendlied

Augen, meine lieben Fensterlein,

Gebt mir schon so lange holden Schein, Lasset freundlich Bild um Bild herein: Einmal werdet ihr verdunkelt sein!

Die Nacht

Nacht ist wie ein stilles Meer. Lust und Leid und Liebesklagen Kommen so verworren her

In dem linden Wellenschlagen.

Fallen einst die müden Lider zu,

Löscht ihr aus, dann hat die Seele Ruh;

Tastend streift sie ab die Wanderschuh, Legt sich auch in ihre finstre Truh.

In der Frübe

Kein Schlaf noch kühlt das Auge mir, Dort gehet schon der Tag herfür An meinem Kammerfenster. Es wühiet mein verstörter Sinn Noch zwischen Zweifeln her und hin Und schaffet Nachtgespenster. Angste, quäle Dich nicht länger, meine Seele!

Noch zwei Fünklein sieht sie glimmend stehn Wie zwei Sternlein, innerlich zu sehn,

Bis sie schwanken und dann auch vergehn, Wie von eines Falſters Flügelwehn.

Doch noch wandl ich auf dem Abendfeld, Nur dem sinkenden Gestirn gesellt; 1r t, o Augen, was die Wimper hält, Von d lem goldnen Uberfluß der Welt! G. Keiler

Wünsche wie die Wolken sind, Schiffen durch die stillen Räume. Wer erkennt im lauen Wind, Obs Gedanken oder Träume?

Schließ ich nun auch Herz und Mund, Die so gern den Sternen klagen: Leise doch im Herzensgrund Freu dich! schon sind da und dorten Bleibt das linde Wellenschlagen. Morgengloden wach geworden. Bichencorff Mörik⸗