= VIL
Vorwort
Die kleine Sammlung von Keilschrifttexten im Besitz der Universitätsbibliothek Gießen geht in ihrer Entstehung noch auf Julius Lewy zurück, der sie in der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre aus Mitteln der Gießener Hochschulgesellschaft für das Orientalische Seminar der Universität hatte anschaffen Können 1) Der Ankauf scheint in vier Raten geschehen zu sein, wobei jeweils eine Anzahl von Tafeln en bloc übernommen wurde. Für einen derartigen Ankaufsmodus sprechen die alten, von Lewy gegebenen Inventarnumern(vgl. die Konkordanz auf Seite XI), und das würde auch erklären, wieso die Sammlung zwei Fälschungen enthält. Als die Universität Gießen nach dem Kriege für einige Jahre die Arbeit einstellen mußte, drohte der Verlust des größten Teils der Sammlung. Daß die Texte bis auf sechs, die bis heute nicht wieder aufgetaucht sind, zusammengehalten, bzw. wieder herbeigeschafft werden konnten, ist ein der Leitung der Universitätsbibliothek zuzuschreibendes Verdienst, die sich in dankenswerter Weise der Sammlung angenommen hat.
Eine Edition der mit einer Ausnahme(Nr. 47: Urkunde aus dem 7. Jahr des Kambyses) altassyrischen Texte war bereits von Lewy geplant. Er hatte die Umschriften der hier als Nr. 1-15 behandelten Texte in EL aufgenommen und war mit dem Anfertigen der Kopien beschäftigt, als er infolge der politischen Verhältnisse Deutsch land verlassen mußte. So kam es in der Folgezeit nur zu gelegentlichen Zitationen durch.ihn(vgl. Nr. 21,.25, 27, 29,_#41),. eine zusammenfassende Veröffentlichung blieb aus. So konnte ich mich der Anregung von Frau Prof. Dr. H. Lewy, diese Texte zu edieren, nicht entziehen, zumal sich auch der Druck meiner altassyrischen Grammatik noch hinauszögerte. Frau Prof. Lewy hatte die große Freundlichkeit, aus dem Nachlaß ihres Mannes außer glücklicherweise vorhandenen Kopien dreier der heute verschwundenen Texte Umschriften der meisten anderen zur Verfügung zu stellen, die mir trotz ihres Alters(sie wurden anscheinend bald nach dem An1)Vgl. J. Lewy, Nachrichten der Gießener Hochschulgesellschaft VI/1(1927) p. 42. mit Tafel, IV- V,, Abb... 1.(= Text Nr. 12 Vs.),
2(= Text Nr. 11 Rs.), 3 und 4(Siegelabrollung des Sarrumkön). Die Originale von Abb. 3-4 sind heute verloren.


