Lieder des Geſangbuchs. 23
weißel, Georg, geb. 1590 zu Domnau in Preußen, Rek⸗ tr der Schule zu Preußiſch⸗Friedland, 1623 erſter Pfarrer an der neu erbauten Roßgartiſchen Kirche zu Königsberg, ge⸗ ſtorben daſelbſt 1. Auguſt 1635. 15 Macht hoch die Thür. Nach Pſ. 247. 270 Such' wer da will. Matth. 114. Urſprünglich Ad⸗ ventslied. Werner, Georg, geb. 22. März 1589 zu Preußiſch⸗Holland, geſtorben als Diakonus an der Löbenichtkirche zu Königsberg 1643. 73 Der du, Herr Jeſu, Ruh' und Raſt. wilhelm II., Perzog zu Fachſen⸗Weimar, geb. auf dem Schloſſe zu Altenburg 11. April 1598, geſtorben 17. Mai 1662 zu Weimar. 5 Herr Jeſu Chriſt, dich zu uns wend.
B. Die Sänger der Blütezeit.
An der Spitze ſteht als das geiſtige Haupt der Lieder⸗ dichter ſeiner Zeit und als der erſte Liederdichter der evangeliſchen Kirche überhaupt
Gerhardt, Paulus, geb. den 12. März 1607 zu Gräfen⸗ hainichen als Sohn des dortigen Bürgermeiſters Chr. Gerhardt, beſuchte die Fürſtenſchule zu Grimma 1622—27, dann die Univerſität Wittenberg(2. Jan. 1628). Nach vollendetem Studium der Theologie weilte er als Hauslehrer in der Familie des Kammergerichtsadvokaten Berthold in Berlin, der ſpäter ſein Schwiegervater wurde. Schon 1648 brachte Joh. Crügers Praxis pietatis? achtzehn Lieder von ihm mit Melodien von Crüger geſchmückt. 1651 wurde er zum Propſt in Mittenwalde ernannt, wo er ſich mit Anna Maria Berthold verheiratete 1. Febr. 1655). 1657 erging an ihn die Berufung auf das erledigte Diakonat an der St. Nikolaikirche zu Berlin, derſelben, an welcher Johann Crüger, ſein verſtändnisinniger muſikaliſcher Freund, als Organiſt und Kantor wirkte. Das bekannte Edikt des Kurfürſten Friedrich Wilhelm, welches den Geiſtlichen alle Ausfälle auf der Kanzel gegen die Andersgläubigen unterſagte und beſtimmt war, der übertriebenen Streitſucht zu ſteuern, vermochte Paulus Gerhardt, obwohl ſelbſt allezeit ein Mann des Friedens und für ſeine Perſon allem theologiſchen


