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Sanct Elisabeth : Vorbild und Patronin der deutschen Frauen und Jungfrauen : Lehr- und Gebetbuch als Blumenstrauß und Festesgabe für die christliche Frauenwelt / von J. Kieffer, Priester
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ab. Als die Geſandten endlich abreiſen mußten, verehrten ihnen König und Königin die reich⸗ lichſten Geſchenke, ſowohl für ſie ſelbſt, als auch für die landgräfliche Familie zur Hei⸗ rathsgabe der Prinzeſſin: die koſtbarſten gol⸗ denen und ſilbernen Gefäße, Käſtchen aus geſchnitztem Elfenbein, Diademe und Kränze aus Edelſteinen, edle Pferde, kurzum Schätze und Kleinodien, wie ſie Thüringen nie geſehen.

Die kleine Eliſabeth ward in ein golden⸗ und ſilbergeſticktes Gewand von feinſter Seide gekleidet und in eine Wiege von maſſivem Silber gebettet, aber das junge Kind hatte noch keinen Sinn für ſolch eitle Pracht. Was fragt ein zufriedenes Kinderherz, das in ſich ſelbſt alle Reichthümer hat, nach Erdenflitter und Weltglanz? Ach, nur zu bald verdrängen Weltſinn, Eitelkeit und ſündhaftes Verlangen den lieben Gott ganz oder doch theilweiſe aus ſo manch reinen, unſchuldigen Kindesſeele!

Eliſabeth war noch zu jung, um ganz zu fühlen, was es heiße, Vaterhaus und Vater⸗ land, Eltern und Heimath zu verlaſſen, viel leicht für immer. Damit ſie in der Ferne doch die traute Heimath nicht ganz vermiſſe, gab der Vater ihr die geliebte Amme und dreizehn junge ungariſche Edelfräulein mit, die ihre Freundinnen und Geſpielinnen ſein ſollten.

Die Reiſe nach Thüringen war zwar weit und nicht ohne Beſchwerden, man langte aber glücklich und wohlbehalten dort an. Der