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Gesangbuch für die Evangelische Kirche im Grosserzogtum Hessen
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Seite
406
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406 Bebete in beſonderen Lebenslagen.

lang diene in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig iſt. Laß deine Güte und Treue allewege mich behüten und befiehl deinen hei⸗ ligen Engeln, deinen ſtarken Helden, über mir, daß ſie mich auf meiner Lebensreiſe begleiten und auf den Händen tragen, damit ich meinen Fuß nicht an einen Stein ſtoße.

Verlaß mich nicht, Herr, mein Gott; ſei nicht fern von mir; eile, mir immerdar beizuſtehen, Herr, meine Hilfe, auf daß ich allezeit deinen heiligen Namen lobe und deine Erbarmung und Gnade preiſe. Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit. Amen.

Lied Nr. 137: Sei Lob und Ehr dem höchſten Gut.

32. Gebet in innerer Anfechtung.

Siehe mein Elend und errette mich; hilf mir aus, denn ich ver⸗ geſſe deines Geſetzes nicht. Führe meine Sache und erlöſe mich er⸗ quicke mich durch dein Wort. Pſ. 119, 153. 154.

Lieber himmliſcher Vater, ich danke dir, daß du mich in der hei⸗ ligen Taufe zu deinem Kinde aufgenommen und durch dein Wort geheiligt und bisher in demſelben erhalten haſt.

eil ich aber mit großer Traurigkeit meines Herzens beladen bin und täglich geängſtigt werde, ſo daß ich meine Betrübnis nicht ausſagen noch beſchreiben kann, ſo bitte ich dich, treuer Gott, verlaß mich doch nicht, und halte mich feſt bei deiner Hand, daß ich nimmer⸗ mehr ſinke, noch von dir geſchieden werde. Mit traurigem Herzen ſtehe ich des Morgens auf, mit betrübtem Geiſte eſſe ich meine Speiſe, mit Angſt lege ich mich nieder und habe keine Ruhe in mir. Ach Gott, ſiehe an meinen Kummer! Ich wollte dir gerne mit fröhlichem Herzen dienen, aber ich vermag es nicht; wie ſtark ich mich wehre und wider das Elend meines Herzens ſtreite, ich bin zu ſchwach zu dieſem großen Kampfe. Darum hilf mir Schwachem, o du ſtarker Gott, und gieb mir deinen heiligen Geiſt, daß er mich tröſte und erfreue in aller meiner Traurigkeit. Ich bin ja dein im Tode und im Leben, und weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Trübſal noch Angſt kann mich ſcheiden von dir und deiner Liebe, obgleich ich jetzt in Angſt und Kummer ſchwebe. Herr, ich hoffe auf deine Gnade, du wirſt mich nicht unerhört laſſen, ſondern alle Angſt aus meinem Herzen nehmen. Darum will

ich dich für deine Güte rühmen, loben, preiſen, dir danken und dienen hier und in Ewigkeit. Amen.

Lied Nr. 334: Auf den Nebel folgt die Sonn.

33. Gebet in äußerer Armut.

Ich bin arm und elend; der Herr aber ſorget für mich; du biſt mein Helfer und Erretter; mein Gott, verziehe nicht. Pf. 40, 18.

Allmächtiger, allbarmherziger Gott und Vater, der du die Schick⸗ ſale der Menſchen in deiner Hand trägſt und jedem das ſeine zuteilſt nach deinem Wohlgefallen, von dir kommt Armut und Reichtum, Mangel und Uberfluß. Ich preiſe deine Güte für alle deine Gaben und danke dir für alle deine Geſchenke, ſelbſt für die in den Augen der Menſchen kleinſten und geringſten. Ich danke dir auch für die Armut, die du mir beſchieden haſt, denn du weißt am beſten, was