4 Einleitung.
zukundſchaften, und ſie ſuchten ihn drei Tage lang. Als er endlich aus ſeiner Einſamkeit hervor kam, und die große Volksmenge ſah, die ihn geſucht hatte, empfand er ein herzliches Mitleid mit ihnen, denn ſie waren faſt verſchmach⸗ tet und zerſtreut wie Schafe, die keinen Hirten haben, und über die Menge blickend, ſprach er:„Schon drei Tage harren ſie bei mir aus und haben nichts zu eſſen.“ Darauf wandte er ſich zu Philippus, einen ſeiner Apoſtel, der aus dieſer Gegend war, und ſprach:„Woher werden wir Brod kaufen, daß dieſe eſſen?“ Das ſagte er aber nur, um ihn zu prüfen, ob er auch glaube, daß er helfen könne; denn er wußte wohl, was er zu thun im Sinne hatte. Philippus antwortete:„Brod für zweihundert Zehner iſt nicht hinreichend für ſie, daß jeder nur etwas Weniges bekomme.“ Da ſprach einer von ſeinen Jür⸗ gern, Andreas, der Bruder des Simon Petrus:„Es iſt ein Knabe hier, der fünf Gerſtenbrode und zwei(ge⸗ räucherte) Fiſche hat: allein was iſt das für ſo viele?“ Jeſus aber ſprach:„Bringet die fünf Brode und die zwei Fiſche und laſſet die Leute reihenweiſe ſich lagern; denn es war viel Gras an dieſem Ort. Die Jünger thaten, wie der Herr geheißen, und alle ſetzten ſich, gegen fünf tauſend Mann. Jeſus aber nahm die Brode, hob ſeine Augen gen Himmel, dankte, ſegnete, brach ſie und gab ſie ſeinen Jüngern, doß ſie ihnen ſelbe vorlegten. Nachdem ſie aber gegeſſen hatten, und ſatt geworden waren, ſagte er zu ſeinen Jüngern:„Sammelt nun die übrig geblie⸗ benen Stücklein,“ und man hob noch ſo viele auf, daß ſie davon zwölf Körbe füllten.
Siehe da, chriſtliche Seele, in dieſer wunderbaren Brodvermehrung und Speiſung von Tauſenden das Vorbild der immerwährenden, ſakramentalen Speiſung der Gläubigen in der heiligen Kirche Chriſti!—
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