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Kurzer Begriff der nothwendigsten Gebether eines katholischen Christen : enthaltend Morgen-, Abend-, Beicht-, Kommunion- und Meßgebete, nach dem kleinen Katechismus : nebst andren schönen Kirchengebeten / verfertiget von R.P. Vogel, Priester der Gesellschaft Jesu
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20 Beichtſpiegel. Wider das ſechſte und neunte Gebot.

In unreinen Gedanken ſich freiwillig und mit Wohl⸗ gefallen aufhalten; darin Begierde haben etwas Un⸗ reines zu begeben. Unkeuſche Reden, Zotten und Poſ⸗ ſen führen; unkeuſche Exempel erzählen, ſolche Lieder fingen oder lehren, ſie gerne anhören; dazu lachen oder gar helfen. Unkeuſche Bilder oder andere unreine Sachen freiwillig anſchauen. Unreine Bin⸗ cher leſen oder zu leſen geben. Frechen Schauſpie⸗ len beiwohnen. Unkeuſche Spiele treiben, ſolche andere lehren oder dazu anreizen. Mit Küſſen oder deſſen Zulaſſen verſündigen; ſich ärgerlich kleiden, entblößen, daden. Mit böſen Geſellen umgehen, in böſe Gele⸗ genheiten ſich begeben; mit anderem Geſchlechte freien Umgang haben Beim frechen Tanze ſich einfinden. Zu Laftern helfen mit Herbeirufen, Brieftragen, mit Stillſchweigen.

Wider das ſiebente und zehnte Gebot.

Einem etwas ſtehlen oder veruntreuen. Andere dazu anreizen, helfen oder dazu ſtillſchweigen. Etwas aus dem Hauſe ohne Erlaubniß hinweggeben oder mit Andern in oder außer dem Hauſe verzehren. Geſtoh⸗ lene Sachen kaufen oder als Geſchenk annehmen. Den Willen haben, einem Andern etwas zu ſtehlen oder ihn zu betrügen. Nicht bezahlen, was man ſchuldig iſt, ihn betrügen, gefundene Sachen nicht wieder ge⸗ ben oder nicht nachfragen, wem ſie gehören.

Wider das achte Gebot.

Falſches Zeugniß geben wider den Nächſten, lügen, etwa auch mit Schaden des Nächſten freventlich arg⸗ wohnen, ebenſo urtheilen. Hoffärtig ſeyn. Andere verachten, verſpotten, auslachen, ins Geſicht ſchimpfen und ſchmähen. Ohrenblaſen oder durch Ohrenbläſerei Feindſchaft ſtiften. Andern die Ehre abſchneiden, ihnen etwas Böſes nachreden, was man doch weiß, daß es