Beichtſpiegel. 19
unwürdig empfangen, welches geſchieht, wenn man ſich in Sünden firmen oder kopuliren läßt. Wenn man ſich zur heil. Beicht nicht nach der Vorſchrift be⸗ reitet, keine wahre Reue und Leid noch Vorſatz hat, ſich zu beſſern, ſchwere Sünden verſchweigt, verklei⸗ nert, bemäntelt. Wenn man wiſſentlich in einer ſchwe⸗ ren Sünde kommunizirt.
Wider das dritte Gebot.
Ohne Noth oder Erlaubniß an einem Sonntage knechtliche Arbeit verrichten. Denſelben durch über⸗ triebene Ergötzlichkeit und ärgernde Spiele entheiligen. Die chriſtliche Lehre, Predigt und anderen Gottesdienſt vernachläßigen oder andere davon abhalten.
Wider das vierte Gebot.
Den Eltern, Vormünder oder Vorgeſetzten in bil⸗ ligen Sachen ungehorſam ſeyn; dieſelben erzürnen, auslachen, verſpotten; wider ſie murren oder gar Bö⸗ ſes wünſchen; verächtlich von ihnen reden; wider ihren Willen ſich verſprechen oder ip ſonſt gefährliche Gele⸗ genheiten begeben.—
Wider das fünfte Gebot.
Sich mit Andern ſchlagen, nach ihnen werfen oder ſie gar verwunden. Andern Böſes wünſchen, über ſie fluchen, Haß und Feindſchaft gegen ſie tragen, darin lange verharren, ſich rächen wollen. Mit Andern zanken oder Zank verurſachen, zornig ſeyn, Andere zum Zorne reizen. Im Eſſen und Trinken ſich über⸗ nehmen. Andere mit Werk oder Worte ärgern, zur Sünde reizen oder rathen, ſie Feißen ſündigen, dazu Gelegenheit geben, dazu helfen oder ſtillſchweigen, da man ſolche an gehörigem Orte offenbaren oder ver⸗ hindern kann und ſoll.


