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Allgemeines und vollständiges Evangelisches Gesang-Buch für die Königl. Preuß. Schlesischen Lande : also eingerichtet, daß es in allen evangel. Gemeinden zu gebrauchen ist, indem man darinnen die erbaulichen Lieder aus allen in Schlesien zeithero üblichen Gesangbüchern zu allgemeiner Erbauung zusammengetragen hat : nebst angefügtem Gebet-Buch und einer Vorrede / von Johann Friedrich Burg, Königl. Ober-Consistorial-Rath und Inspector
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Kirchen⸗Lieder. 3

Rechter Sabbaths⸗Ruhe Art. Mel. Nun freut euch, lieben. eprieſen ſeiſt du, Jeſu Chriſt, 4. G Daß nun der Tag erſchienen, Der unſer werther Ruh⸗Tag iſt, Dem großen Gott zu dienen! Hinweg mit

aller Eitelkeit! Hinweg mit Ungerech⸗

tigkeit! Laßt Hände⸗Arbeit liegen! 2. Dem Höchſten Herz, Gemüth und Sinn Laßt heute ſein ergeben: Legt das, was fleiſchlich, von euch hin, Dient Gott mit eurem Leben, Auf daß er durch des Geiſtes Stärk Hab in uns ſeiner Gnaden Werk,

Und ſtetig ob uns walte.

3. Hört heute fleißig Gottes Wort Mit Beten, Leſen, Singen: Laßt uns dem Herren fort und fort Der Lippen Opfer bringen! Kommt, tretet hin zu dem Altar, Und laſſet mit der Frommen Schaar Ein Sabbaths⸗Lied erſchallen.

4. An dieſem Tag iſt Jeſus Chriſt Von Todten auferſtanden, Und hat des böſen Feindes Liſt Hierdurch ge⸗ macht zu Schanden; Er hat dem Tode ſeine Macht Genommen und uns wie⸗ derbracht, Was Adams Fall verloren.

5. Wir Chriſten müſſen gleicher Weis Auch von der Sünd aufſtehen, Und künftig nun mit allem Fleiß Auf guten Wegen gehen: A dorten immerzu Die höchſtgewünſchte Sabbaths⸗Ruh Im Himmelreich be⸗ gehen.

Beim Hinausgehen aus der Kirche Mel. Wer nur den lieben Gott.

5 Gott Lob! ich habe Gott ge⸗

. ſehen: Nun geh ich fröhlich

wieder heim. Wie iſt mir doch ſo wohl

geſchehen! Jetzt trägt die Biene Honig⸗

ſeim. Der Hunger iſt nach Wunſch geſtillt, Das Herz mit Segen angefüllt.

2. Wie heilig iſt doch dieſe Stätte, Wo ich mit meinen Füßen ſtund. Es ging mein Singen und Gebete Durch meinen Mund zu Gottes Mund. Hatt ich nicht Troſt in reichem Maß, Als ich zu Jeſu Füßen ſaß?

Auf daß wir

3. Mein Herze war ein rechter

Tempel, Als ich in Gottes Tempel

war; Mein Jeſus ſtellte ſein Exempel Mir als ein ſchönes Vorbild dar; Er trug mir lauter Manna vor Und zog die Seele ganz empor.

4. Ach, denk ich an die Glaubens⸗ Lehren, Was hab ich nicht für Licht geſpürt! Kein Irrthum kann den Grund verſehren, Der Jeſum ſelbſt zum Eckſtein führt. Ich glaube nun und ſage ſchlecht: Der wahre Glaube macht gerecht.

5. Wie treulich ließ mir Jeſus ſagen, Wie ich im Geiſte wandeln ſoll, Dieweil die Welt in dieſen Tagen Iſt aller Liſt und Bosheit voll; Daß ich in ſteter Buße ſteh Und immer nach dem Himmel geh.

6. Wo hab ich denn mein Kreuz gelaſſen? Der Kummer bleibt bei Gott zurück. Jetzt kann ich mich ſchon beſſer faſſen, Denn Jeſus gab mir einen Blick; Der hat mit Troſt mich ſo erweicht, Daß nun mein Herz iſt frei und leicht.

7. O habe Dank für dieſe Güte, Mein ſüßer Jeſu, habe Dank! Ach, ſchreibe feſt in mein Gemüthe Den jetzt gehaltnen Kirchen⸗Gang, Daß ich nicht nur ein Hörer bin, Auch als ein Thäter gehe hin.

8. Bewahr in mir den wahren Glauben, Daß ich ihn halte bis ins Grab, Und laß mir Nichts die Krone rauben, Die mir dein Wort in Hoff⸗ nung gab. Betrifft mich auch das Kreuz hinfort, So denke mir nur an dein Wort.

9. Gib, daß ein rein und gut Ge⸗ wiſſen Die Kraft von deinem Worte ſei! Wollt ich was Böſes gleich be⸗ ſchließen, So ſteh mit deinem Geiſt mir bei, Daß ich des Fleiſches Lüſten wehr Und deiner Luſt allein begehr.

10. Laß mich den Meinen wieder⸗ holen, Was du mir jetzt haſt anver⸗ traut, Daß ſie in dem, was du be⸗ fohlen, Durch mich auch werden wohl erbaut, Und unſer Haus ohn Heuchelei Ein dir geweihtes Kärchlein ſei.