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Hessen-Darmstädtisches allgemeines Gesang-Buch / auf Höchste Landesfürstliche Verordnung herausgegeben
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Denn Gott iſt treu, durch welchen ihr berufen ſeyd zur Ge⸗ meinſchaft ſeines Sohnes Jeſu Chriſti, unſers Herrn.

Evangelium, Matth. 10. v. 34⸗46.

D- aber die Phariſaͤer hoͤreten, daß Jeſus den Saddu⸗ caͤern das Maul geſtopfet hatte, verſammleten ſie Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, ver⸗ ſuchte ihn, und ſprach: Meiſter, welches iſt das fuͤrnehm⸗ ſte Gebot im Geſetz? Jeſus aber ſprach zu ihm: Du ſollt

lieben Gott deinen Herrn, von ganzem Herzen, von gan⸗

zer Seelen, und von ganzem Gemuͤthe. Dies iſt das fuͤrnehmſte und groͤſte Gebot. Das andere aber iſt dem gleich: Du ſollt deinen Naͤchſten lieben als dich ſelbſt: In dieſen zweyen Geboten hanget das ganze Geſetz und die Propheten. Da nun die Phariſaͤer bey einander waren, fragte ſie Jeſus, und ſprach: Wie duͤnket euch um Chri⸗ ſto? Weß Sohn iſt er? Sie ſprachen: Davids. Er ſprach zu ihnen: Wie nennet ihr denn David im Geiſt ei⸗ nen Herrn? Da er ſagt: Der Herr hat geſagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege meine Feinde zum Schemel deiner Fuͤße. So nun David ihn einen Herrn nennet, wie iſt er denn ſein Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen.

Am XIX. Sonntage nach Trinitatis. Epiſtel, Epheſ. 4. v. 22⸗28.

So leget nun Lon euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Menſchen, der durch Luͤſte in Irrthum ſich verderbet. Erneuert euch aber im Geiſt eures Gemuths, und ziehet den neuen Menſchen an, der⸗nach Gott geſchaf⸗ fen iſt, in rechtſchaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lugen ab, und redet die Wahrheit, ein jeglicher mit ſeinem Naͤchſten, ſintemal wir unter einan⸗ der Glieder ſind. Zuͤrnet und ſuͤndiget nicht, laſſet die Sonne nicht uͤber eurem Zorn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Laͤſterer. BWer geſtohlen hat, der eh⸗ 2