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Hessen-Darmstädtisches allgemeines Gesang-Buch / auf Höchste Landesfürstliche Verordnung herausgegeben
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VII. Von dem Menſchen.

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7. Ja, Herr, ich habe meine glieder zu ſuͤndengliedern oft gemacht. Vor dir fall ich in demuth nieder; vergieb, was ich nicht recht bedacht! ver⸗ wirf mich, Vater, nicht von dir! ſchaff ſelbſt ein reines herz in mir.

s. Hilf, daß ich dir zur ehre lebe, und redlich rhu, was dich ertreut, und geiſt, und leib und glieder gebe zu waf⸗ fen der gerechtigkeit; daß ich

bis in den tod dir treu, und

ſtets ein freund der tugend ey.

9. Faͤllt dieſes leibes huͤtte nieder; vollend ich dieſen le⸗ benslauf: e Gott, ſo richte du mich wieder verherrlicht aus dem ſtaube auf: dein ew'ges leben ſey mein theil, ſo preis ich ewig dich, mein heil!

In voriger Mel. 71 Fs werde Gott von

dir erhoben, du ſei⸗ nes odems hauch, mein geiſt! ſollt ich nicht meinen vater lo⸗ ben, den jedes ſeiner werke preißt: ihn, der mich ſchuf, ſein bild zu ſeyn, und ſeiner liebe mich zu freun?

2. Schoͤn iſt der ſonnenrei⸗ che himmel, den er zu ſeinem ſtuhle waͤhlt: doch iſt der ſon⸗ nenreiche himmel gedanken⸗ los und unbeſeelt: mir, mir, dem thone ſeiner hand, gab er gefuͤhl, gab er verſtand. V

3. Anmuthia, praͤchtig zum entzuͤcken iſt ſeine ganze koͤr⸗ perwelt. Wer zaͤhlt die reize, die ſie ſchmuͤcken? was ich nur ſehen kann, gefaͤllt; und den⸗ noch kann ſie nicht, wie ſchoͤn, wie wundervoll ſie ſey, ver⸗ ſtehn.

4. Fuͤr engel nur, und nur fuͤr ſeelen, die Gott zu ihrer wuͤrd erhob, ſind ſie ſo herr⸗ lich; ſie erzaͤhlen nur geiſtern mei es ſchoͤpfers lob. O ſeele, jauchze, daß der ruf der all⸗ macht dich zum geiſte ſchuf.

5. Ich, Gott! kann denken; ich gewinne, weil ich zu einem geiſte ward, durch die empfin⸗ dung meiner ſinne gedanken tauſendfacher art. Ach ſtrebt ich alle Gott zu weihn: wie ſe⸗ lig koͤnnt ich hier ſchon ſeyn!

6. Ich kan ſie ſammeln, ſie verbinden, ſie trennen, wie es mir gefaͤllt, die welt empfin⸗ den, mich empfinden, mich un⸗ terſcheiden von der welt! zu tauſend thaten hab ich kraft; die giebt mir Gott, der alles ſchafft.

7. Wie feurig duͤrſtet meine ſeele nach gluͤck und luſt und

ſeligkeit! nar daß ich oft be⸗ trogen waͤhle, was mich nach dem genuſſe reut. Doch das iſt, Vater, meine ſchuld: du ſchaffeſt, was du ſchaffſt, aus huld. 8. Begabt mit wundervol⸗ len ſinnen, mit freyheit, mit ver⸗