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518 Geſinnung und Verhalten des Chriſten
nicht beneiden um den früh errungnen Lohn? Du wirſt uns im beſſern Leben die Verlornen wieder geben!
6. Vater, deines Troſtes Quelle trocknet auch am Grabe nicht. Selbſt des Todes Nacht wird helle durch des Glaubens mildes Licht. Alles, was wir hier beweinen, wird uns dort als Glück erſcheinen.
Mael. Alles iſt an deinem Segen 69 5 Ebentöchter⸗ Er⸗ denſöhne, ſeid nicht ſtolz auf Reiz und Schöne; trotzet nicht auf eure Kraft! Eures Mundes Hauch verflieget, eures Le⸗ bens Quell verſieget, und des Starken Arm erſchlafft. 2. Doch, ihr Chriſten, ſeid nicht traurig, wenn ſo früh, ſo dumpf, ſo ſchaurig euch die Sterbeglocke ruft: edler, kräftiger, verklärter, liebevoller, liebenswerther, überfliegt der Geiſt die Gruft.
3. O was iſt des Grabes Höhle! Eine tugendhafte Seele fürchtet nicht, hinab zu ſeh'n! Ueber Grab und Grabestrümmer wird der Geiſt im Sonnenſchim⸗ mer himmliſcher Erkenntniß ſteh'n.
4. Nein, umſonſt iſt Nichts geboren. Alles ruhet unver⸗ loren in des ew'gen Vaters
Schooß! Süße Hoffnung! Holder Glaube! Alles windet einſt vom Staube herrlicher ſich wieder los.
5. Leibesſchönheit wird ver⸗ blühen; Seelenſchönheit nie entfliehen; ſie iſt für die Ewigkeit. Reiner Sinn und ächte Tugend lohnt mit ewig froher Jugend, lohnt mit Himmelsſeligkeit.
6. Himmelsſeligkeit beſte⸗ het; nur der Erde Glück vergehet, nur das Eitle bleibt zurück. Wie die Gott⸗ heit unvergänglich, wie der Himmel überſchwenglich, iſt des Chriſten wahres Glück.
Am Grabe eines edlen und verdienten Mannes.
Mel. Alle Menſchen müſſen
69 6 Wermit euſt und
) Eifer ſtrebte, ſeine Brüder zu erfreu'n; wer der Welt ⸗zum Segen lebte, ſoll uns unvergeßlich ſeyn! Sein Gedächtniß bleib' und daure! Seine Nach⸗ welt klag' und traure! Wo ſein Grab iſt, weine dann, wer, was gut iſt, ſchätzen kann.
2. Laßt uns Alle heute klagen, denn es ſtarb ein edler Mann! O wie Viele müſſen ſagen: Mir auch hat er wohlgethan! Ja, gerecht
ſind unſre Zähren, die ihn
noch im Tode ehren. Ihn und


