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Allgemeines evangelisches Gesangbuch für das Grossherzogthum Hessen
Entstehung
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Tugend ſeyn; offen ohne Schmeichelei, ſtets beſchei⸗ den und doch frei, ohne Frechheit, ſtets bedächtig, im⸗ mer unſers Herzens mächtig!

5. Laß die Frechheit wil⸗ der Sitten niemals unſer Herz entweihn! Laß, o Gott, Paläſt' und Hütten ſtets der Tugend Wohnung ſeyn! Je⸗ der ſtrebe, wer ein Chriſt,

weſſen Wunſch die Tugend

iſt, daß ſein Haus und daß die Erde nur durch Tugend ſchöner werde.

Mel. Wie groß iſt des Allm.

619 Wgnes Kebens

Morgen nur ſeinem Herrn

und Schöpfer weiht! Be⸗

ſchäftigt mit den edlen Sor⸗ gen der Ausſaat für die Ewig⸗ keit, wird er die wilde Luſt der Jugend und jedes Laſters Reize fliehn; ſein Herz wird nur für Gott und Tugend, für Pflicht und Recht und Wahrheit glühn.. 2. Von Sorgen frei, voll Muth und heiter wallt er der Weisheit Erdenbahn mit feſtem Schritte immer wei⸗ ter und blickt getroſt zu Gott hinan, beſiegt durch fort⸗ geſetztes Streben, durch Fleiß

und Ernſt und Wachſamkeit

Verführer, wenn ſie ihn umgeben, und ſeine eigne

Sinnlichkeit. b

3. Wie thatenreich ſind ſeine Tage! Wie ſchoͤn ent⸗

zu beſondern Zeiten.

455 fließt ihm ſeine Zeit! Er

fürchtet keiner Zukunft Pla⸗

ge, ihn reut nicht die Ver⸗ gangenheit. Er ſa't den Saamen jeder Tugend, und freut ſich ſeiner Aernte ſchon; die ſchöne Blüthe ſeiner Ju⸗ gend verheißet ihm im Al⸗ ter Lohn.

Mel. Warum ſollt' ich mich

(Jabe deine L 620 Ho uonn, a.

mer gern an dem Herrn, und

dem Reiz der Tugend! Was dein ſchwaches Herz begeh⸗ ret, dein Verſtand nicht er⸗ fand, wird dir dann gewäh⸗ ret.

2. Schnell muß nicht vor⸗ überrauſchen dieſe Luſt; dei⸗ ne Bruſt muß ſie nicht ver⸗ tauſchen gegen Lüſte dieſer Erden, die dein Herz, vol⸗ ler Schmerz bald vergiften werden.

3. Nicht erſt, wann des Alters Sorgen dich zerſtreun, Jugend, nein, ſchon am fruͤhen Morgen, in der Blü⸗ the deines Lebens dien' ihm gern, und dem Herrn dienſt du nie vergebens.

4. Glück, Geſundheit, lan⸗ ges Leben wird dafür willig dir dein Erſchaffer geben. Weisheit ſei nur dein Be⸗ gehren; dann wird er oft

ſchon mehr, wenn dirs nützt,

gewähren. 5. Auch in den geſunden

Tagen laß nicht ab, in das Grab