416 Geſinnung und Verhalten des Chriſten
Neid und Heuchelei, nie heimlich Nachbarn fluche! Und thun ſie mir auch Un⸗ recht hier; hab ichs nur nicht verſchuldet: ſo wird es leicht erduldet.
4. Was hilft ein feind⸗ ſchaftlicher Sinn? Er führt nur ins Verderben. Wie ſchnell eilt unſre Zeit dahin! Wer weiß, wie bald wir ſterben? O Freunde, ſeid entfernt vom Streit! Denkt, daß ich euch im Grabe zu ſtillen Nachbarn habe.
5. Herr, präge du den Sinn mir ein, der mich vor Haß behütet, und laß mich auch als Nachbar ſeyn, was mir dein Wort gebietet! Wer liebreich iſt, wie du es biſt, wird einſt, wenn Feinde be⸗ ben, in ew'gem Frieden leben.
uUumgang Gu Seite. 376) Mel. Schon iſt der Tag von Gott
5 5 4 Die Zunge, die
vernehmlich ſpricht, hat mir mein Gott gegeben. O, mißbraucht' ich doch ihrer nicht! Sie brin⸗ get Tod und Leben; ſie ſtürzt in Unglück, hilft in Noth; ſie flucht und ſegnet, fleht und droht; kann heilen und verwunden.
2. Hilf, daß in meines Herzens Grund, Herr, deine Furcht ſtets wohne, und daß gewiſſenhaft mein Mund der Wahrheit Rechte ſchone; daß ich von niedrer Schmeiche⸗
lei, von Schmaͤhung und Verſtellung frei, was ſuͤnd⸗ lich iſt, nie rede.
3. Auf deinen Ruhm und Andrer Wohl ſoll ſtets mein Sinn ſich lenken; hilf mir, ſo oft ich reden ſoll, mit Ernſte dies bedenken! Zum Guten rege ſelbſt mich an, damit ich, wo ich nützen kann, aus Menſchenfurcht nicht ſchweige.
4. O wehe dem verweg'⸗⸗ nen Mund, der Fluch und Schwur nicht ſcheuet! Wie bald wird da der Leichtſinn kund; wie oft zu ſpaͤt be⸗ reuet! Ach, Fluchen bringet Fluch und Noth, entfernet immer mehr von Gott ! Herr, lehr' es mich bedenken!
5. Auch wehe dem, der
Tuücke liebt, und deſſen Worte
trügen; der ſeinen Nächſten
gern betrübt mit Falſchheit
und mit Lügen! Nur Red⸗ lichkeit, nur off'ner Sinn, nur Wahrheitsliebe ſchafft Gewinn, der ewig uns be⸗ gleitet.
3 6. Was züchtig, keuſch und ehrbar iſt, was wohl
und lieblich klinget, das redet überall der Chriſt; ſpricht, wenn es Nutzen bringet, und
ſcheut den Zorn der Men⸗ ſchen nicht; doch wird auch
Schweigen ihm zur Pflicht,
wenn es die Liebe fordert.
7. O gib mir, Gott, ein
reines Herz, und laß mich
Spöttereien und frechen, ii b en⸗
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