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Allgemeines evangelisches Gesangbuch für das Grossherzogthum Hessen
Entstehung
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der Fels, auf den ich bauen kann.

2. Mich leitet ſeine Gnade auf meines Lebens Pfade bis an das ſtille Grab. Er wird mich nie verlaſſen! Dieß Troſtwort will ich faſſen; es iſt mein ſtärkſter Wanderſtab.

3. Wo ſeit viel tauſend Jahren betruͤbte Wittwen waren, da ſah Gott gnädig hin. Er pflegte der Betruͤb⸗ ten, wenn ſie nur ſtets ihn liebten, und wandelten nach ſeinem Sinn.

4. Auch mich wird er be⸗ merken, mich troſten, ſeg⸗ nen, ſtärken, und mir zur Seite ſtehn. Wie groß iſt ſeine Güte! Mit ruhigem Gemüthe will ich auf ſeinen Wegen gehn.

5. Ich will ihn gläͤubig ehren, und meine Tugend mehren in ſtiller Einſamkeit. Er ſieht ja, wie ichs meine; er ſieht auch, wann ich weine, und gibt mir, was mein Herz erfreut. 1

6. Auch, wenn ich mehr noch litte, bis zu dem letz⸗ ten Schritte will ich ihm folgſam ſeyn. Er prüft mich nur durch Leiden und führt zu höhern Freuden bewäͤhrt erfundne Dulder ein.

mit jeder Laſt und Plage, wie Traͤume, leicht dahin; ich lege meine Glieder im Tode ruhig nieder, und weiß, daß ich erlöſet bin.

7. So eilen meine Tage

400 Geſinnung und Verhalten des Chriſten

8. Einſt geh ich, den zu ſchauen, der ewig mein Ver⸗ trauen, mein Gott iſt, und mein Freund. Wie will ich dann ihn ehren, ihm danken für die Zähren, die ich als Wittwe hier geweint!

9. Dann find ich, die ich liebte, und deren Tod mich trübte, in meines Gottes Hand; dann trennt kein Tod uns wieder: dann ſchallen unſre Lieder durchs thranen⸗ freie Vaterland.

Fur Waiſen. In voriger Melodie. 33 1. J ner Jahre, Gott, ſah ich ſchon die Bahre des guten Vaters ſtehn; und ſie, die mich geboren, war fruͤt für mich verloren, als Kind nuß ich ihr Grab ſchon ſehn. 2. Unwiſſend, was mir

nutze, ſo ſchwach und ohne Stütze muß ich verlaſſen gehn! Wer wird mir Rath ertheilen, wer mir zu Hülfe eilen, wer hört auf armer

Waiſen Flehn?

3. Doch wer war's, der mich beugte, ſo tief zum Staube neigte? Warſt du's nicht, großer Gott? Dein weiſer Rath regieret der Menſchen Schickſal, fuͤhret es fort durch Leben und durch Tod.

4. Du willſt dich an den Waiſen als Vater ja bewei⸗ ſen, und Armen Gutes thun;

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