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Allgemeines evangelisches Gesangbuch für das Grossherzogthum Hessen
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Herr, der Schmach und

Flluch von andern nie ver⸗ ſchuldet? Und dennoch fleht'

er langmutbsvoll zum Vater

für des Feindes Wohl.

5. Ihm folgen, iſt dein

größter Ruhm! Beleidigern

verzeihen, gebietet dir das Chriſtenthum. Dich ihres Falls nicht freuen; den, der dich ſchmäht, nicht wieder ſchmähn, gereicht dir ſelbſt zum Wohlergeh'n.

6. Im Zorne denket nie⸗ mand nach, was Gott ge⸗ fallen ſollte; die Rach' ver⸗ mehret noch die Schmach, die man beſtrafen wollte. Kein Schimpf wird ungeſcheh'n gemacht, wenn wilde Rach⸗ begier erwacht.

7. Die Rachgier reißt der Menſchlichkeit Gefühl aus deinem Herzen, zerſtört des Geiſtes Freudigkeit, und ſtraft mit bittern Schmerzen; ſie hindert Dank, Gebet, Vertrau'n, und raubt den Muth, auf Gott zu bau'n.

8. Durch Sanftmuth, übe nur die Pflicht! wirſt du den Feind beſiegen. O raube dei⸗ ner Seele nicht dieß göttliche Vergnügen; dann wird der Herr auch dir verzeihn, dein Vater und Vergelter ſeyn!

Wahrhaftigkeit, Aufrichtig⸗ keit und Redlichkeit.

Mel. Alle Menſchen müſſen

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Pflichten gegen den Naͤchſten.

ſtreben, ſtets der Wahrheit Freund zu ſeyn! Vor dir muͤſ⸗ ſen Lügner beben und dein heilig Auge ſcheun; ja vor deinem Angeſichte werden ſie beſchämt zu nichte, weil Ver⸗ ſtellung, Trug und Liſt, dir o Gott , ein Abſcheu iſt.

2. Andern zu Gefallen luͤ⸗ gen, leeren Schwätzern gleich zu ſeyn, und durch Heuche⸗ lei betrügen, Herr, das falle mir nicht ein! Wahrheit leit an allen Orten mich in Wer⸗ ken und in Worten; redlich ſei des Herzens Grund, red⸗ lich ſprech' auch ſtets der Mund!

3. Die der Falſchheit ſich ergeben, ſind vor dir, o Gott, ein Graul, und ein unglück⸗ ſel'ges Leben iſt gewiß ihr künftig Theil. Hier ſchon trifft verdiente Schande ſie bei Redlichen im Lande; denn ein jeder Menſchenfreund iſt der Falſchheit Ränken Feind.

4. Schmäht mich, ohne mein Verſchulden, der Ver⸗ läumder Läſtermund, Herr, ſo laß mich's ſtill erdulden; einſt wird doch die Wahrheit kund. Darf ich ja nicht län⸗ ger ſchweigen, meine Un⸗ ſchuld zu bezeugen, o ſo gib, daß ſtets dabei Herz und Mund voll Sanftmuth ſei!

5. Daß du, Herr, an je⸗ dem Orte Zeuge meines Wandels biſt; daß kein einz' ges meiner Worte deinem Ohr verborgen iſt: dieß er

2 wecke

Wahrha

wecke mein ich nich ve denn dulieb freund, und heit Feind.

Mel. Befi 403

delt, der al freund in⸗ handelt, un ſcheint; nie ſchmeichelt, ſpricht, nie heuchelt, nie ben biicht! 2 Woh haſſet, de gebeit, faſſet, und nicht ſche nie verletze Ort es ſül Gott merkt

3. Woh und(ehen, fahr und.

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