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leben werth, das ungenützt vorüber fährt?
4. Menſch, ſey ein Menſch! Fang an zu leben und nütz⸗ lich für die Welt zu ſeyn; fang an, dem Guten nachzu⸗ ſtreben, bring das Verſaͤum⸗ te doppelt ein; daß, wenn man deinen Leib begräbt, dein Werk und dein Gedächt⸗ niß lebt!
5. Sey nicht den kleinſten Zeitpunkt müßig, da du nicht deine Pflicht erfüllſt; du haſt den Tag nicht überflütig, den du ſo frech verſchwenden willſt. Wiſſ', ein Verluſt, der ewig reut, iſt der Verluſt der edlen Zeit.
6. Gib dir von einem jeden Tage, den dir Gott ſchenket, Rechenſchaft: durchdenk ihn, leg ihn auf die Waage: voll⸗ brachteſt du ihn tugendhaft? Haſt du nach Möglichkeit ge⸗ than, was Gott von dir einſt fordern kann?
7. Herr meines Lebens, ſey doch künftig mein Heil und meines Lebens Kraft; ſo wandle ich als Menſch ver⸗ nünftig, ſo leb als Chriſt ich tugendhaft; ſo dank ich dir in Ewigkeit für die mir hier verlieh'ne Zeit.
Mel. Wer nur den lieben Gott h lick hin in die 448 B vergangnen Zeiten, mein Geiſt, und
ſammle Weisheit ein, um frei vom Dienſt der Eitel⸗
Pflichten gegen uns ſelbſt.
keiten, der Tugend dich al⸗
lein zu weih'n. Nur ſte ſchafft dir zu aller Zeit das wahre Glück; Zufriedenheit.
2. Dank ihm, dem Herrn, für alle Freuden, womit dich ſeine Huld erquickt; doch dank ihm auch für jedes Lei⸗ den, das er dir liebreich zu⸗ geſchickt. Denn Alles, was er an dir thut, iſt weiſe ſtets, iſt ewig gut.
3. Vergiß nicht, wie er dich beſchützte, wenn ſich Gefahren dir genaht; dir ſchenkte, was dir wahrhaft nützte, oft eh' ihn noch dein Flehen bat; und wie er oft dir mehr gewährt, als je dein Wunſch von ihm be⸗ gehrt.
4. Denk an die hingeſloß⸗ nen Stunden, die der All⸗ liebende dir gab. Sind ſie
in ſeinem Dienſt verſchwun⸗
den, dann ſchrecken dich nicht Tod und Grab; dann iſt die hier verfloßne Zeit Gewinn dir für die Ewig⸗ keit.
5. Doch blick auch voller Scham und Reue auf Fehler vor'ger Zeit zurück, und lern aus ihnen beßre Treue und größre Sorge für dein Glück: ſo werden Fehler, die dich
reun, ſelbſt Mittel dir zur
Weisheit ſeyn.
6. Ermanne dich, dies kurze Leben dem weiſeſten Gebrauch zu weihn; es ward vom Schöpfer dir gegehe
ier
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hier guten O Ewigkeit am dich erfreut.
7. Dann ziel der Zeit das Vergan fteueſt dich des Himmell Sim, der? den umgibt, treurim Gute
Getigſan fried
Nel Wie groß


