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Allgemeines evangelisches Gesangbuch für das Grossherzogthum Hessen
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als ihr Freund; denn wir ſind Eines Leibes Glieder: es ſey kein Glied des andern Feind! Solch Bitten, das aus Liebe fließt, ehrt Gott , der ſelbſt die Liebe iſt.

10. Bet oft, ſo wirſt du Glauben halten, dich prüfen und das Böſe ſcheun, an Lieb' und Eifer nicht er⸗ kalten, und reich an guten Werken ſeyn. Denn Muth und Kraft und Seelenruh ſagt Gott dem frommen Be⸗ ter zu.

Mel. Was Gott thut, das iſt

39 5 Nelch hohes⸗Vor⸗ 920 recht ſchenkſt du mir, o du, dem Sera⸗ phinen mit Ehrfurcht und mit Dankbegier im höhern Leben dienen! Es darf mein Geiſt, wie ſchwach er heißt, ſich aus dem Staube ſchwin⸗ gen, und betend zu dir drin⸗

en. e g 2. Ich darf mit froher Zu⸗ verſicht vor deinem Thron erſcheinen, und du, mein Gott, verwirfſt mich nicht; du zählſt mich zu den Dei⸗ nen. Du zeigteſt dich mir väterlich, ſo oft ich zu dir trete, und kindlich vor dir bete.

3. Erſtickt die Sinnlichkeit in mir des Herzens fromme Triebe; ſo ſtärkt mich das Gebet zu dir in neuer Tu⸗ gendliebe. Was ſündlich iſt, kann ich, als Chriſt, durch

Pflichten gegen Gott .

deine Kraft bezwingen, und

ſo den Sieg erringen. b

4. Gebricht es mir an ſanftem Sinn, an Liebe ge⸗ gen Bruͤder; ſo flieh ich be⸗ tend zu dir hin, und haſſe nun nicht wieder. Mein Herz verzeiht mit Freundlich⸗ keit, und ſucht der Feinde Schelten mit Großmuth zu vergelten.

5. Betracht ich im Gebet, mit Schmerz mein fehlervol⸗ les Leben; ſo wird und kann ſich nie mein Herz, von Stolz gereizt, erheben. Ich fleh' zu dir, verzeihe mir! und du willſt gern verzeihen, und mich mit Troſt erfreuen.

6. Wenn Kummer mich zur Erde zieht, und wenn mich Sorgen quaͤlen, wenn mir des Lebens Glück ent⸗ flieht, und edle Freunde feh⸗ len; ſo wend ich mich getroſt an dich; du lehrſt mich mit Entzücken im Elend Heil er⸗ blicken.

7. In ſtillen Stunden denk ich oft: was ſeyd ihr, eitle Freuden? Ach, wie ge⸗ ſchwind, wie unverhofft ver⸗ kehrt ihr euch Und denk ich dies, ſo fühlt gewiß mein Herz ſich ange⸗ trieben, nur dich, ſtets zu lieben.

8. O welchen Muth gibt das Gebet mir in Berufs⸗ geſchäften! Du lohneſt dem, der zu dir fleht, mit Weis⸗ heit und mit Kraͤften. Wer

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in Leiden!

Herr,

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