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Allgemeines evangelisches Gesangbuch für das Grossherzogthum Hessen
Entstehung
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Kraft ihr anzuhangen, hat meine Seel' auch oft begehrt. Ach könnt' ichs, wie würd' ich mich freun! Wer heilig

iſt, muß heilig ſeyn.

2. Gott iſt der Seligkei⸗ ten Fülle von Ewigkeit zu Ewigkeit; denn ſein Ver⸗ ſtand iſt Licht, ſein Wille iſt Ordnung und Vollkommen⸗ heit. Von Ewigkeit her war er gut, und recht iſt immer, was er thut. 1

3. Wie ſchnell umhüllen Finſterniſſe mich, wenn ich auch erleuchtet bin! Dann fliehn die heiligſten Ent⸗ ſchlüſſe, den Morgenträu⸗ men gleich, dahin. Bald wähl ich, was dir, Gott, gefällt, bald deinen Skla⸗ vendienſt, o Welt!

4. Ich Armer! Darum

kommt kein Friede in mein verſchmachtendes Gebein. Wie bin ich dieſes Wechſels müde! Wann werd ich feſt im Guten ſeyn? wann nicht mehr ſtraucheln, allzeit nur deinem Dienſt, o Gott, ge⸗ weiht?

5. Unwandelbar iſt deine Wahrheit, Herr, aller guten Gaben Quell! Sie leuchte mir in voller Klarheit und mache mein Erkenntniß hell, daß nie der Sünde Täuſche⸗ rei gefährlich deinem Kinde ei!

6. O bilde, Vater, mei⸗ ne Seele nach deinem Willen, bilde ſie, daß ich das Gute

im Allgemeinen.

ſtets erwähle, das Böſe im⸗

mer ernſtlich flieh! Um die⸗

ſe Gnade bitt' ich dich; ich

weiß es, du erhöreſt mich. Mel. Ein Lämmlein geht und

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ſeyn, wenn ich nicht chriſtlich lebe, wenn ich nicht fromm, gerecht und rein zu wandeln mich beſtrebe? Wenn ich dem ſeligen Beruf, zu wel⸗

chem mich mein Gott erſchuf,

nicht würdig mich beweiſe, und den, der mich erlöͤſet

hat, in Worten bloß, nicht

Werke preiſe. 2. Was hilft der Glaub' an Jeſum Chriſt, den ich im

durch die That und gute

Munde führe, wenn nicht

mein Herz rechtſchaffen iſt und ich die Frucht verliere 2 Wenn mich die Eitelkeit der Welt mit ihrer Luſt gefangen hält, ich ihre Feſſeln liebe, und fühlbar, für der Sünde

Reiz, Zorn, Hoffart, Flei⸗

ſcheslüſte, Geiz und andre Laſter übe?

3. Weit ſtrafenswerther bin ich dann, ich, der ich Chriſtum kenne, weiß, was er einſt für mich gethan, ihn Herrn und Meiſter nenne, als der, der in der Finſter⸗ niß des Irrthums tappt, noch ungewiß, ob er auch richtig wandle. Was nützet

mir der Wahrheit Licht; was

hilft mir aller Unterricht, R wenn

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