210 Geſinnung und Verhalten des Chriſten
10. Allwiſſender, wer kann, wie oft er fehlet, mer⸗ ken? Sei gnadig, handle nicht mit mir nach meinen Werken! Vergebung iſt bei dir; laß ihren Troſt auch mein, und mich durch ihn geſtarkt zum Fleiß der Beß⸗ rung ſeyn.
In voriger Melodie.
02 Gottes W 296 Wo⸗ gehr,*
der hat Seelenfrieden. Wie herrlich iſt ſein Lohn, ihm ſelbſt von Gott beſchieden Voll Glaubens widerſteht er jeder böſen Luſt, iſt ſeiner Tugend ſich, ſich ihres Werths bewußt.
2. Er merkt auf ſeinen Gang, geht ihn mit feſtem Muthe, wird in der Schwach⸗ heit ſtark, liebt immer mehr das Gute. Ihn machet Got⸗ tes Geiſt gerecht und tugend⸗ haft, und er nimmt immer zu an Einſicht und an Kraft.
3. Gott hat er allezeit vor Augen und im Herzen, bekämpft die Sinnlichkeit, ſcheut nicht des Kampfes Schmerzen. Er eilet, wenn er fehlt, den Fehler zu be⸗ reun, und ſtrebt mit ernſtem Fleiß, der Tugend ſich zu weihn.
4. Getreu in ſeinem Stand,
genießt er Gottes Gaben vergnügt, wenn andre gleich mehr Glück und Anſehn ha⸗ ben, als Chriſt, bei Weni⸗
gem zufrieden, frei von Neid, von Habſucht und von Geiz, von Stolz und Eitelkeit.
5. Schenkt Gottes Hand ihm viel, ſo wird er vielen nützen, des Freundes Glück erhöhn, verlaßne Tugend ſchützen. Auch ſelbſt Belei⸗ diger wird er in Noth er⸗ freun, und wie ſein Gott geſinnt, wird er auch gütig ſeyn.
6. Er kraͤnkt den Bruder nicht, er ſchützt ſein Gluͤck, ſein Leben. Er iſt, nach Jeſu Sinn, ſtets willig zum Vergeben, voll Achtung eh⸗ ret er in ihm des Höchſten Bild, denkt: Gott, der Hei⸗ lige, iſt gegen mich ja mild.
7. Im Guten ſucht ſein Herz die Brüder zu beſtär⸗ ken; er muntert Alle auf zu guten, edlen Werken. Mit Chriſtenſinn nimmt er an ih⸗ rer Tugend Theil, und denkt: wir haben ja nur Einen Herrn, Ein Heil!
8. Das Heil der Ewig⸗ keit, das hier der Fromme ſchmecket, erhält ſein Glück und macht, daß keine Noth ihn ſchrecket, giebt ihm im
Leiden Muth und ſtillet jeden
Schmerz. Im Tode freut ſich noch ſein Gott ergebnes Herz.
In eigener Melodie. 2s hebt ſich auf der 2 9 7 Enda ſrgcwin gen, Unendlicher, mein Geiſt
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2. Wol Auge wend ter liehe E wactefir ſpendet der nns durch d heine Liebe dt wit Gwwiger, da 3. Wenn bang und herzen tru Gefährten nun Schwe jede Hoffn will ich a Vate cha Sthmer, d verttaun. . Nie wi zu Frenden T'gend und fi rt? Nie


