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Allgemeines evangelisches Gesangbuch für das Grossherzogthum Hessen
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macht dich nicht von Sün⸗ den rein.

8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt und ſich vom Böſen kehrt, ein gläubig Herz, von Lieb' er⸗ füllt: dies iſt es, was vor Gott nur gilt.

9. Die Heiligung erfordert Müh'; du wirkſt ſie nicht, Gott wirket ſie. Du aber ringe ſtets nach ihr, als wäre ſie ein Werk von dir!

10. Der Zweck, zu wel⸗ chem du hier lebſt, dein Ziel, wornach du weiſe ſtrebſt, und was dir ewig Heil verſchafft, iſt Tugend durch des Glau⸗ bens Kraft.

11. Ihr alle ſeine Tage

weihn, heißt eingedenk des Todes ſeyn; und wachſen in der Heiligung, iſt wahre Todserinnerung.

12. Wie oft vergeſſ' ich dieſe Pflicht; Herr, geh mit mir nicht ins Gericht; drück tief des Todes Bild mir ein und laß es in mir wirkſam ſeyn; 3 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforſchen mag, ob Liebe, Demuth, Fried und Treu ' die Furcht des Geiſtes in ihm ſei;

14. Daß ich zu dir um Gnade fleh, ſtets meiner Schwachheit widerſteh, und freudig durch des Glaubens Macht im Tode ruf: es iſt vollbracht!

b Unſterblichkeit und Vergeltung.

Mel. Wann mein Stündlein

/Ju wirſt, o Va⸗ 249 O ter, für mein Wohl auch einſt im Tode ſor⸗ gen; nur wann nnd wie ich ſterben ſoll, das haſt du mir verborgen. Mein Ende ſteht allein bei dir. Erhalte nur den Glauben mir, daß du es weislich ordneſt!

2. Gib, daß ich meine höchſte Luſt an meinem Hei⸗ land habe, und, ſeiner Lie⸗ be mir bewußt, ihm folge bis zum Grabe! Auf ihn, der für die Sünder ſtarb, und Troſt und Hoffnung mir erwarb, laß freudig mich vertrauen!

3. Die Kraft, zu denken, bleibe mir, wenns ſeyn kann, bis ans Ende, damit mein Geiſt ſich ſtets zu dir und deiner Gnade wende, und voll Gedanken, Gott, an dich zuletzt von dieſem Leibe ſich getroſt und ruhig ſcheide.

4. Soll ich gewaltſam, o mein Gott, und ſchnell und angſtvoll ſterben; ſo führe nur auch dieſer Tod mich zu des Himmels Erben! Ach hilf nur, daß ich allezeit zur Rechenſchaft vor dir bereit, als Chriſt die Welt ver⸗ laſſe! 5. Empfind ich keine Freu⸗ digkeit, entweicht in großen Schmerzen die Stille der Ge⸗ laſſenheit aus meinem ban⸗ gen Herzen ; dann, guter Va⸗ ter, rechne du die Schwach⸗

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