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Allgemeines evangelisches Gesangbuch für das Grossherzogthum Hessen
Entstehung
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Jerechtigkeit, de Jerechtig gut

Erloͤſung.

Recht und Unſchuld kränken, ein Richterſtuhl entweiht! entweiht an keinem Orte die Wahrheit und das Recht, daß nie durch Läſterworte die Unſchuld leiden möcht'!

6. Lehr mich, Herr, wo

ich ſchweigen, und wo ich

reden ſoll! Mein Schweigen und mein Zeugen ſei klug und wahrheitsvoll! Laß mei⸗ nen Mund nie trügen, mach mich von Falſchheit frei, daß ich ein Feind der Lügen, ein Freund der Wahrheit ſei! 7. Laß mich nie wieder ſchelten, wenn mich die Bos⸗ heit ſchilt, nie Haß mit Haß vergelten! Mein Herz ſei ſanft und mild: Lehr mich die Rache meiden; und muß ich ohne Schuld doch Schmach und Unrecht lei⸗

den, ſo tröſt mich deine Huld! Mel. Spo ſchlummerſt du

Durſt nach 15 2 O Blut, o blinde Wuth, die kaum erhört iſt

worden! den Erlöſer will ſein Volk grauſam ſchändlich mor⸗ den.

2. Da geht er hin, ach ſeht auf ihn! gefeſſelt durch die Straßen, muß vom heidni⸗ ſchen Gericht ſich verdammen laſſen.

3. Sein Richter ſieht, wie Alles glüht von Grimm und

wilder Rache, und vertheidiget

zuerſt des Gerechten Sache.

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4. Doch zittert er, wankt hin und her, verlangt des Volkes Stimme; und ſie ru⸗ fen: Barrabaß! mit erbo⸗

ſtem Grimme.

5. Da gibt er ihn zur Geißlung hin, die Wache darf ihn höhnen; die mit ei⸗ nem Dornenkranz ihn zum König krönen.

6. Wer hat ein Herz, und fuͤhlt den Schmerz des Hei⸗ ligen, des Beſten nicht mit Wehmuth? Möchte ihn doch ein Mitleid tröſten!

7. Seht, welch ein Menſch! ſeht, welch ein Menſch! l ſpricht ſelbſt Pilatus, ſtelle ihn zur Schau dar, eh' er l noch ihm ſein Urtheil fället!

8. Ans Kreuz mit ihm! aus Kreuz mit ihm! ſo ſchreit die tolle Menge. Und der feige Richter kommt endlich

ins Gedränge.

9. So ſterb er dann! ſprach jetzt der Mann, der ihn er⸗

retten ſollte, aber nie um

Recht und Pflicht etwas lei⸗ den wollte.

10. Ach uns zu Gut floß hier dein Blut, trugſt du mit ſtillem Herzen deiner ed⸗ len Seele Qual, alle deine Schmerzen.

11. Du haſt's gethan. Wir

beten an mit dankendem Ge⸗

müthe, mit Bewunderung und Preis, deine Treu' und Guüte.

12. Dir wollen wir, o Herr, dafür uns ſelbſt zum

Opier