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Allgemeines evangelisches Gesangbuch für das Grossherzogthum Hessen
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(8! Ewig uuß

Erloͤſung. 55

Gott Suͤnde haſſen, kann nie

ungeſtraft ſie laſſen.

3. Aber gibt es nicht ſelbſt Dinge, die der Suͤnden Schuld erhoͤhn? O! die Schuld iſt nicht geringe, wenn wir ſein Geſetz verſtehn, es als wahrhaft gut zwar ſchaͤtzen, doch aus Leichtſinn oft verletzen.

4. Suͤnd'gen wir mit Ue⸗ berlegung wider des Gewiſ⸗ ſeus Spruch; achten nicht

des Herzens Regung, nicht

des innern Richters Fluch: ſo iſt das, was wir voll⸗ brachten, ſchon fuͤr groͤßre Schuld zu achten.

5 Hat dich Gott hervor⸗ gezogen und mit Wohlthun uͤberhaͤuft, und du bleibeſt dem gewogen, was der Pflicht entgegen laͤuft: ſo mehrt Undauk deine Suͤnden, wichtiger wird Gott ſie fin⸗ den.

6. Fuͤhleſt du in dir ſchon Kräͤfte, Lieblingsſuͤnden zu entfliehn, und eilſt doch zu dem Geſchaͤfte, welchem Gott dich wollt' entzieh'n, wirſt, geſtaͤrkt durch ihn, nicht beſ⸗ ſer, ſo wird deine Schuld noch groͤßer. 8

7. Wenn dich nichts von außen reizet, und nur inn're boͤſe Luſt blos nach ſolchen Dingen geizet, deren Unrecht dir bewußt; o! ſo iſt dann dein Vergehen groͤßer, als ſonſt, anzuſehen.

8. Machen ganz beſondre

Dinge gutes Beiſpfel dir zur Pflicht, und du ſchaͤtzeſt ſie geringe, aͤrgerſt, aber beſſerſt nicht: groͤßer wird dann dein Verbrechen, und der Richter wird es raͤchen.

9. Doch wer kann das Alles zaͤhlen, was Trotz, Unbeſonnenheit, Wahn, Stolz, Heuchelei ſich waͤh len, das der Thaten Suͤnd⸗ lichkeit vor dem Richter nur vermehret, weil es ſein Ge⸗ ſetz entehret!

10. Gott! laß mich dies wohl bedenken, und entfernt von Sicherheit, meines Lebens Gang ſo lenken, daß ich mit Behutſamkeit das nur thu', was dem gebuͤhret, der den Chriſtennamen fuͤhret!

11. Laß mir niemals eine Suͤnde klein und unbedeu⸗ tend ſeyn! Vater, ſloͤße dei⸗ nem Kinde Redlichkeit und Kraͤfte ein, folgſam dem Geſetz zu leben, und nach Tugend nur zu ſtreben.

Mel. Alle Menſchen müſſen

83 Großer Gott! erhab⸗ ) nes Weſen, das, voll ſegnender Begier, Men⸗ ſchen ſich zum Dienſt erleſen; ach, was iſt der Menſch vor dir? Wenn ich deine Groͤß' erwaͤge, und was ich bin, uͤberlege: o wie niedrig und wie klein muß ich mir nicht

ſelber ſeyne 2. Ach, es herrſcht der Trieb zur Suͤnbe maͤchtig oft in