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Schatzkästchen enthaltend biblische Betrachtungen mit erbaulichen Liedern auf alle Tage im Jahre zur Beförderung häuslicher Andacht und Gottseligkeit / von Johannes Gossner ; stenotypirt von Karl Tauchnitz in Leipzig
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366. 31. December.

Ich dachte: Laß die Jahre reden.(Siob 32,7) Herr, laß ihn noch dieſes Jahr, bis ich um ihn her aufge⸗ graben und Dünger daran gelegt habe.(euc. 13, 8.) Ich will ihnen noch Friſt geben 120 Jahre. Moſ. 6,3.)

Wenn deine Jahre reden, was hoͤrſt du? Was hoͤrt Gott von dir? Was hoͤren deine Mitbruͤder? Das Ende, der Schluß dieſer Rede, den du daraus ziehen ſollſt, wird wohl

kein anderer als der ſein: Thue Buße! Alle deine Jahre ru⸗

fen dir zu: Beſſere dich! Der Gaͤrtner kommt heute in ſeinen Garten und ſucht Fruͤchte. Wenn er ſich nun vor den Baum deines Lebens ſtellt und deine Jahre fraͤgt, dieſes Jahr beſonders fraͤgt; was antworten ſie? was ſpricht dieſes Jahr

von dir? Findet er die erwuͤnſchten Fruͤchte? Er hat viele

Gnaden an dich gewandt, hat dir viel gegeben: und wem viel gegeben iſt, von dem wird auch viel gefordert. Wenn nun der Vater ſpricht: So viel Jahre komme ich ſchon und ſuche Frucht an dieſem Baume und finde keine; haue ihn um! Wiel wenn wirklich heute dieſes im Himmel beſchloſ⸗ ſen wuͤrde! Und koͤnnte es nicht ſein? Haͤtteſt du es nicht verdient? Ich wohl. Was wollen wir alſo thun? Wir wollen uns ohne Berzug und mit ganzem Herzen zu Jeſu wenden, vor ihm niederfallen auf unſer Angeſicht, als vor unſerm einzigen Mittler und Verſoͤhner, daß er uns vertritt und fuͤr uns bittet beim Vater; ſo wird er auch fuͤr um, fuͤr dich und fuͤr mich zu dem Vater ſagen: Laß ihn noch dieſes Jahr, bis ich um ihn her aufgrabe und Duͤnger daran lege, vielleicht bringt er dann Frucht. Wo nicht, ſo kannſt du ihn umhauen. Sieh, der Fuͤrbitte Jeſu haſt du es allein zu verdanken, daß dir Gott ſo viel Jahre ſchenket. Aber vielleicht iſt das kommende das letzte. Darum wende es ſo