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ihn nicht dazu braucht, dem wird genommen, was er hat, oder zu haben ſcheint. Jeſus will ſich oder ſein Bild und Weſen ſelbſt uns eindruͤcken, will in uns geboren werden, wachſen und das vollkommne Manns⸗Alter erreichen.(Epheſ. 4, 13.) Die wenigſten Menſchen wiſſen, wozu ihnen Jeſus gege⸗
ben iſt, was er ihnen ſein will, ſoll und kann. Wer es erken⸗
net, der kann die Guͤte und Menſchenfreundlichkeit Gottes nicht genug bewundern, der wendet allen Fleiß an, dieſen Zweck und die liebenswuͤrdige Abſicht Gottes zu erreichen. Der Vater hat ſeinen Sohn ſo lieb, daß er in allen Menſchen Abdruͤcke von ihm, ſein Bild in ihnen und aus ihnen hervor⸗ ſtrahlen laſſen moͤchte. Es kann ihm und wird ihm in Ewig⸗ keit kein Menſch gefallen, in welchem er nicht Jeſum, ſeinen Sohn, ſein Bild und Weſen erblickt. Weißt du nun, mein Lieber! wozu du da biſt? was du fuͤr eine Aufgabe haſt? Es iſt Zeit, daß du dazu thuſt, Jeſum in dein Herz, in deinen Sinn und in dein ganzes Weſen aufzunehmen, ſonſt wird er dir wiedergenommen, wie dem faulen Knecht ſein Pfund. Mel. 119. Gott, unſer Gott, wir danken. Oder: Wie ſchön leucht't uns. 1. O Jeſu, göttlich Wunderkind, das mir mein ganzes Herz ent⸗
8 zünd't, du wollſt mich nicht verſchmähen; ich ſetz' mich ſanft in ſtillem
Sinn, im Geiſt zu deiner Krippe hin und will dich recht beſehen. Laß dein Auge mich anblicken, in mich drücken deine Klarheit und dein Kinderbild in Wahrheit.
2. O Unſchuld, mehr als engelrein, du läßt kein Sonnenſtäub⸗ chen ein, o Spiegel ohne Flecken. Du kleines Lamm nichts Arges denkſt, biſt Allen hold und Niemand kränkſt und mußt den Tod doch
ſchmecken. Jeſu, wie du, laß mich werden noch auf Erden, fremd dem
Böſen, rein, unſchuldig ſei mein Weſen.
3. Du großer Schöpfer aller Ding', liegſt da ſo klein und ganz gering, o aller Demuth Wunder! Du hiältſt verborgen deinen Schein und willſt veracht't und niedrig ſein, wie läſſ'ſt du dich herun⸗ ter! Jeſu, wie du, laß mich werden noch auf Erden, baß ich gerne
von dir deine Demuth lerne!. 1


