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Der himmlische Palmgarten des Wilhelm Nacatenus S.J. : nach dem lat. und deutschen Original bearbeitet, zum Gebrauche bequemer geordnet und mit vielen Pflanzen aus dem Paradiese der Kirche bereichert / von Theodor Wollersheim, Pastor zu Jüchen. Mit Erzbischöfl. Approbation
Entstehung
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über das Gebet. 11

seine Gedanken und Worte genau Acht hat; wie viel mehr muß man vor Gottes Angesicht mit Furcht und genauer Achtsamkeit auf Ihn schauen! 3) Wenn wir uns fromme Seufzer und kurze Gebetsprüche angewöhnen, wo⸗ das Gemüth mehr auf Gott gerichtet und an Ihn geheftet wird. 4)

Wenn wir nach unsern Geschäften, nach dem* mit Menschen, den Un⸗ terredungen, Gastmählern und ähnlichen Gelegenheiten, welche den Geist gemei⸗ niglich sehr zerstreuen, uns sammeln und uns von unsern Worten und unserm Verhalten Rechenschaft geben. 5) Wenn wir uns auf das Gebet vorbereiten. 6) Wenn wir vor dem Gebete um die Gabe der Andacht, und nach demselben um Verzeihung der Nachlässigkeit bitten. Siehe die zwei Gebete vor und nach dem Gebete, Seite 12.

7. Wo und wann man beten solle. Es ist zwar im Allgemeinen kein Ort für das Gebet vorgeschrieben. Denn der Apostel sagt(1. Tim. 2, 8):Ich will, daß die Männer an jedem Orte beten und reine Hände erheben. Der hl. Basilius sagt(Hom. 13):Jeremias betete im Schlamme, und zog Gott zu sich heran; Daniel versöhnte den Herrn in der Löwengrube; die drei Jünglinge wurden erhört im Feuerofen; der Schächer betete* Kreuze und erlangte das Paradies; Job rief die Erbarmung Gottes in der Asche über sich herab. Bete also, wo du auch immer sein mögest. Nichtsdestoweniger ist es besser, in der Kirche oder an einem zum Ge bete bestimmten Orte zu beten. Hierüber sagt der hl. Chrysostomus(Hlom. 79 ad pop.):Du magst auf dem Markte sein, oder auf dem Wege, auf dem Meere, in der Herberge, in der Werkstätte, oder sonst irgendwo immer; du kannst zu Gott rufen und in deinem Gebete Erhörung finden. Du kannst zu Hause beten; doch kannst du es nicht so, wie in der Kirche, wo so Viele versammelt sind, wo das einmüthige Rufen zu Gott emporsteigt. Du wirst nicht so leicht erhört werden, wenn du allein betest, als wenn du betest in Gemeinschaft mit deinen Mitbrüdern. Denn hier ist etwas Größeres und Wichtigeres, die Einmüthigkeit, die eee das Band der Liebe und die Gebete der Priester. Wenn Christus sagt, der Betende solle in sein Kämmerlein gehen und die Thüre schließen, so will Er uns dadurch nur ermah⸗ nen, beim Gebete die eitele Ruhmsucht zu meiden, und ohne Zerstreuung zu beten.

Ueber die Zeit des Gebetes sagt Jesus(Luc. 11, 9):Man muß allezeit beten. Auch der Apostel will, daß wir allezeit beten(1. Thess. 5, 17). Hierzu bemerkt der h. Anselmus:Ohne Unterlaß beten, heißt, an keinem Tage be⸗ stimmte Zeiten ohne Gebet. und zude em immerfort ein Verlangen des Herzens zu Gott bewahren. Daher hat die Kirche im Chorgebete die Haupt⸗ stunden des Tages, die Morgenstunde, die erste, dritte, sechste, neunte und Abendstunde dem Gebete gewidmet.

8. Mit welcher Haltung des Körpers man beten soll. Die Knie⸗ beugung ist im und Neuen Testamente gebräuchlich, und durch das Bei⸗ spiel Jesu, der hh. Petrus, Paulus, Stephanus u. s. w. gutgeheißen. Der h. Apostel Aecobus 5 Jüngere betete nach dem Berichte des h. Hieronymus nur mit gebogenen Knieen für das Volk, so daß seine Kniee mit harten Schwielen bedeckt waren, wie bei Kameelen. Derselbe h. Hieronymus schreibt vom Ein⸗ siedler Paulus Folgendes: Als der h. Antonius in die Höhle des Paulus ein⸗ trat, sah er dessen entseelten Leichnam knieend, mit erhobenem Haupte und aus⸗ gestreckten Armen. Antonius glaubte anfangs, daß er noch lebe, und kniete deshalb ebenfalls hin und betete. Als er aber nicht, wie sonst, die mit seinem Gebete verbundenen Seufzer vernahm, fiel er ihm weinend um den Hals, und überzeugte sich, daß auch der entseelte Leichnam des Heiligen zu seinem Gott,

dem Alles lebt, in geziemender Stellung betete. Diese Haltung lehrt uns schon die Natur als eine Kundgebung des demüthigen und unterwürfigen Sinnes. Noch ein größerer Beweis der Demuth ist das Niederwerfen zur

Erde, was Christus und der h. Jacobus zu thuen pflegten. Auch das Stehen

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