Druckschrift 
Der himmlische Palmgarten des Wilhelm Nacatenus S.J. : nach dem lat. und deutschen Original bearbeitet, zum Gebrauche bequemer geordnet und mit vielen Pflanzen aus dem Paradiese der Kirche bereichert / von Theodor Wollersheim, Pastor zu Jüchen. Mit Erzbischöfl. Approbation
Entstehung
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Unterricht 16. Eusebius von Vercelli B. M. 370. 24. Adam und Eva Irmina J. Adelheid deutsche Kaiserin 999.(700) und ihre Schwester Adela 17. Lazarus B. Begga 698. A. 740 zu Trier. 18. Gratian B. 280. Wunibald A. 760. Geburt Christi.

5. Stephanus, erster M. Johannes Ap. und Ev. 28. Unschuldige Kinder M.

Erwartung der Geburt Christi. 19. Fausta W. Nemesius M. 250. 20. Philogonius B.?

Zeno M. Julius. 29. Thomas v. Canterbury B. M. 1170 21. Thomas Ap. 73. David Kön. Prophet. 22. Flavian M. 363. 30. Rainerus Bk. 1589.

Gregor von Spoleto M. 303. 31. Sylvester Pr. 335. 23. Victoria J. M. 253. Melaine W. Klosterfrau 439.

Servulus Bettler Bk. 590. Columba J. M. 275.

Unterricht über das Gebet.

1. Was das Gebet sei. Die heil. Väter erklären das Gebet auf ver schiedene Weise. Johannes Damascenus sagt:Das Gebet ist ein Aufsteigen den Seele zu Gott, und eine Bitte zu Gott um das, was heilsam ist De fide lib. 3. c. 24). Der heilige Augustinus sagt:Es ist ein Aufsteigen der Seele vom Irdischen zum Himmlischen, ein Aufsuchen des Höhern, ein Verlangen nach dem Unsichtbaren(Or. 230 de temp.). Der h. Chrysostomus sagt:Es ist eine Unterredung mit Gott(hom. 30 in Gen.).Denn(sagt der h. Augu⸗ stinus in Ps. 30) wenn du liesest, so spricht Gott zu dir; wenn du betest, so sprichst du zu Gott. Demgemäß ist das Gebet eine fromme Erhebung des Gemüths zu Gott, um entweder mit Vertrauen zu begehren, was uns heilsam ist, oder die Gnade und die Kraft Gottes zu preisen, oder uns der höchsten und ewigen Majestät Gottes demüth 19 zu unterwerfen; es ist deshalb Anbetung, Hin⸗ gabe, Aufopferung, Anrufung, denen.

2. Wie erhaben und würdevoll das Gebet sei. Kein gutes Werk wird in der h. Schrift mehr empfohlen, keines ist von frommen und heiligen Men schen mehr geübt worden, keines ist auch in diesem Leben nöthiger, als das Ge⸗ bet. Der h. Chrysostomus sagt hierüber(1. B. vom Gebete):Wer sollte nicht erstaunen über die so große Güte Gottes zu uns, daß Er uns würdigt, mit Ihm zu reden, und unsere Bitten Ihm vorzutragen? Durch das Gebet treten wir in Gemeinschaft mit den Engeln und entziehen uns der Gesellschaft der unvernünftigen Thiere; denn das Beten ist ein Geschäft der Engel. Und am Ende sagt er:Das Gebet ist nein die Wurzel und die Grundlage der übrigen Tugenden. Derselbe schreibt(B. 2):Wer oft mit tugendhaften und weisen Männern umgeht, der eignet sich allmälig ihre Tugend und Weis heit an; was wird also geschehen mit jenem, der durch's Gebet häufig mit Gott verkehrt? Das Angesicht des Moses glänzte, weil er sich mit Gott un⸗ terredet hatte.

3. Wie nothwendig das Gebet sei. Der h. Chrysostomus sagt(B. 1. v. G.): Wer nicht zu Gott betet und kein Streben hat, häufig der Unterre dung n mit Gott zu genießen, der ist todt, hat kein Leben und keinen Verstand in sich. Denn es ist ein sicheres Kennzeichen des Wahnsinns, wenn Jemand nicht einsieht, wie groß diese Ehre ist, wenn er keine Liebe zum Gebet hat, und nicht erkennt, daß die Seele ohne das Gebet dem Tode anheimsne Daniel wollte lieber sterben, als drei Tage ohne Gebet zubringen. Man kann unmöglich ohne Gebet tugendhaft leben. Denn wie könnte jener die Tugend üben, der nicht beständig sich Dem zu Füßen wirft, welcher den Menschen alle Tugend ver