388 334. Lieder über Tod und Grab.
4. Geh', übersteig' nur Berge Und Höh'n, es steht dir frei, Dem kleinen Grabeshügel Kommst du doch nicht vorbei. Da gehst du nicht hinüber, Und ist er noch so klein:
Da bleibst du müde liegen, Da legt man dich hinein.
5. So sing' das Lied vom Sterben, Das alte Pilgerlied, Weil deine Straße täglich Dem Grabe näher zieht. Laß dich es mild und freundlich Wie Glockenton umwehn; Es läute dir zum Sterben, Doch auch zum Auferstehn.
K. J. Phil. Spitta.
334. Mel. 102: Die heiligste der Nächte.
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„Der Herr der Ernte winket, Die reife Garbe fällt,
Die Abendsonne sinket,
Der Wandrer sucht sein Zelt. Dein Knecht geht, reif an Jahren, O Herr! zur stillen Rast.
Laß ihn im Frieden fahren, Wie du verheißen hast.
2. Er hat wohl viel getragen, Sein Lauf war lang und schwer; Nun fühlt er von den Plagen Des Lebens keine mehr.
Sein Abend ist gekommen, Vollendet ist sein Thun;
Wie wird er bei den Frommen Nun sanft und selig ruhn!
3. Dein Rath hat ihn geleitet, O Herr, oft wunderbar! Dein Schutz hat ihn begleitet In Nöthen und Gefahr. Mit deines Geistes Stärke Hast du sein Thun gelenkt, Zum langen Tagewerke Ihm Kraft und Frucht geschenkt.
4. Du hast im Erdenthale Dich still zu ihm geneigt, Den Weg zum Himmelssaale Dem Gläubigen gezeigt. Nun rief er, fest im Hoffen, Doch matt vom Erdenlauf: „Ich seh' den Himmel offen! „Herr Jesu, nimm mich auf!“
5. Wohl dir, du wirst ihn sehen, Den liebend du umfaßt! Wohl dir, dir ist geschehen, Wie du geglaubet hast!
Der Herr bringt dir entgegen Der Treue Gnadenlohn.
Uns bleibt dein Werk, dein Segen Und dein Gebet am Thron.
6. O Schöpfer und Erhalter, O führ' auch uns so treu, Und steh' uns noch im Alter Mit deiner Hilfe bei!
O führ' uns, bis wir sterben, Auf deines Sohnes Bahn Und endlich nimm als Erben Uns dort mit Ehren an!
Christ. Fr. Heinr. Sachse


