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Gesangbuch für die Evangelisch-reformirte Kirche der deutschen Schweiz
Entstehung
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305.

Christlicher Sinn und Wandel.

5. Was ich den Frommen hier gethan, 0 Dem Kleinsten auch von diesen, Mi Das siehst du, mein Erlöser, an, Als hätt' ich's dir erwiesen: Und ich, ich sollt' ein Mensch noch sein Und dich in Brüdern nicht erfreun?

6. Ein unbarmherziges Gericht Wird über den ergehen, Der nicht barmherzig ist und nicht Die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist Ein Herz, das dich durch Liebe preist! Christ. F. Gellert.

305. Mel. 218: Wie mächtig spricht in meiner Seele.

N 1. Du klagst und fühlest die Beschwerden

Des Stands, in dem du dürftig lebst; Du strebest, glücklicher zu werden, Und siehst, daß du vergebens strebst. Ja, klage! Gott erlaubt die Zähren, Doch denk' im Klagen auch zurück: Ist denn das Glück, das wir begehren, Für uns auch stets ein wahres Glück?

2. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter Dem Menschen die Zufriedenheit; Die wahre Ruhe der Gemüther U Ist Tugend und Genügsamkeit. Genieße, was dir Gott beschieden, Entbehre gern, was du nicht hast! Ein jeder Stand hat seinen Frieden, Ein jeder Stand auch seine Last.

3. Gott ist der Herr, und seinen Segen Vertheilt er stets mit weiser Hand, Nicht so, wie wir's zu wünschen pflegen, 9 Doch so, wie er's uns heilsam fand. Willst du zu denken dich erkühnen, Daß seine Liebe dich vergißt? f Er gibt uns mehr, als wir verdienen, Und niemals, was uns schädlich ist.