354 299. Christlicher Sinn und Wandel.
7. Ja, er will gebeten sein, Wenn er was soll geben; Er verlanget unser Schrei'n, Wenn wir wollen leben Und durch ihn Unsern Sinn,
Welt und Fleisch und Sünden
Kräftig überwinden.
299. „Ringe recht, wenn Gottes Gnade Sich erbarmend zu dir kehrt, Daß dein Geist sich recht entlade Von der Last, die ihn beschwert! 2. Ringe, denn die Pfort' ist enge Und der Lebensweg ist schmal; Hier bleibt Jeder im Gedränge, Wer nicht zielt zum Himmelssaal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, Dring' hinein in Gottes Reich; Will der Feind dir widerstreben, Werde weder matt noch weich! 4. Ringe, daß dein Eifer glühe Und der ersten Liebe Band Ganz dich von der Welt abziehe: Halbe Liebe hält nicht Stand. 5. Ring' mit Beten und mit Flehen, Halte darin an mit Macht; Laß den Eifer nicht vergehen, Bet' und flehe Tag und Nacht. 6. Hast du dann die Perl' errungen, Denke ja nicht, daß du nun Alles Böse schon bezwungen, Das uns Schaden pflegt zu thun. 7. Halte deine Krone feste, Halte männlich, was du hast! Recht beharren ist das Beste, Rückfall wird zur schweren Last. 8. Deine Kraft laß nicht erschlaffen; Kämpfend mit der Eitelkeit
8. Drum, so laßt uns immerdar Wachen, flehen, beten, Weil die Angst, Noth und Gesahr Immer näher treten; Denn die Zeit Ist nicht weit, Da uns Gott wird richten Und die Welt vernichten. Joh. Burkh. Freystein.
Mel. 103: Lobt den Herrn! Die Gnadensonne.
Bleibe Tag und Nacht in Waffen, Fliehe träge Sicherheit! 9. Laß dem Fleische nicht den Willen, Gib der Lust die Zügel nicht! Willst du die Begierden stillen, So verlöscht das Gnadenlicht. 10. Wahre Treu' führt mit der Sünde Bis ins Grab beständig Krieg, Richtet sich nach keinem Winde, Sucht in jedem Kampf den Sieg. 11. Wahre Treu' liebt Christi Wege, Steht beherzt auf ihrer Hut, Weiß von keiner Fleischespflege, Hält sich selber nichts zu gut. 12. Wahre Treu' kommt dem Ge⸗ tümmel Dieser Welt niemals zu nah; Ist ihr Schatz doch in dem Himmel, Drum ist auch ihr Herz allda. 13. Dieß bedenket wohl, ihr Streiter Streitet recht und leidet euch! Ringet, dringet immer weiter, Bis ihr kommt ins Himmelreich. 14. Eilet, zählet Tag und Stunden, Bis der Heiland euch erscheint Und, wenn ihr nun überwunden, Ewig euch mit Gott vereint. Job. Jo. Wintler.


