Unterricht
geschehenen Beichten zu förchten, wo man öfters nicht weiß, was zur Beicht erfordert werde, dieselbe übereilet, das Gewissen nur obenhin erforschet, die Neu und Leid samt dem Fürsatz nur mit dem Mund erwecket, oder gar auslasset, eine schwere Sünd, oder woran man verständiger Weiß zweifelt, wiss fentlich verschweigt, bemäntelt, 2c.
2. Obschon man in seinen ordinariBeich ten wissentlich keinen groben Fehler began. gen, so ist doch dieGeneral Beicht nußlich des nen, die schon eine Zeit lang in der Welt gelebt und noch keine gethan; fürnemlich aber jenen, die einen neuen Lebens- Wandel und ernstliche Besserung anfangen wollen; wie dann die heilige gemeiniglich ihre Bekehrung von einer solchen Beicht angefangen. Die Haupt- Nußbarkeit, so daraus entspringt, ist eine vollkommene ungemein tröstliche Ruh des Gewissens. Diejenige, so einmahl eine dergleichen rechtschaffene Beicht gethan, tóns nen davon reden. Dwie wohl, wie leicht um das Herz ware es ihnen daimahlen! Eines iff, was manche davon abschröckt, nemlich die Forcht der Beschwernus; aber glaube man nur sicherlich, die Sach ist leichter, als man sich einbildet. Greiffe man das Werk
herzhaft an, Gott wird mit seiner Gnad helfen. Kommt es dich auch schwer an, so denke: der Himmel ist wohl mehr werth.
3. Schäde
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