VII
Das schönste Beispiel hierzu gab uns der göttliche Hei land:" Die Kleinen lasset zu mir kommen! Warum dieß? weil jede Bildung bei den Kleinen, bei der Jugend an fangen muß, um gute und reife Früchte zu bringen. So ist es auch beim Gesange; schöne und biegsame Stimmen müssen erzogen werden. Die Kinder lieben die heitere Ges fangeskunst gar sehr und werden damit unbemerkt veredelt. Der Knabe läßt vom Troße und fittiger geht die Jungs frau einher, deren Gemüth veredelt ist. Lasset uns den Uns terricht der Kleinen im Gesange als eine heilige Pflicht ansehen; bedenken wir, daß der fingende Knabe später ein guter Tenor oder Baßsänger wird und den jetzt so beliebten Männergesangvereinen den besten Aufschwung geben wird. Zudem soll im Volksgefange Alles singen. Begeistert ruft uns der gottgeweihte Sänger im 148. Psalm zu:« Jünglinge und Jungfrauen, Jung und Alt, sie sollen loben den. Namen des Herrn!"
Also Alle, Alle sollen wir loben den Namen des Herrn! Kein Geschlecht, kein Alter ist davon ausgenommen. Wir find ja Alle Kinder eines liebenden Vaters; wir dürfen, wir sollen unsere Stimmen zu ihm erheben, seiner Vatergüte zu danken und zu loben. Sonderbar kann keine Andacht würdiger beschlossen werden, als durch ein, von allem Volk gefungenes Lied.
So gehe denn hin, mit Fleiß und Liebe geschaffenes Büchlein; klinge der Jugend, dem Alter Freude, Troft und Stärkung in das Herz; und wird euern Klängen vergönnt, die Wolken zu durchdringen: o, dann klinget, Elinget über die eingefallenen Hügel der Herausgeber hin, bis in die fernsten Zeiten!


