Morgengebeth am Beichttage.
ich mich auch mit Unbefangenheit und kindlich frommer Zuversicht dir nahen, der du nur das der du nur Gute liebst und uns immerfort zurufft: Ihr sollt heilig seyn, denn ich bin heilig, euer Gott!" Ach, ein sehr druckendes Gefühl bemächtigt sich unsers ganzen Wesens, wenn wir uns an unsre fittliche Schwäche und Unvollkommenheit lebhaft erinnern, und wie könnten wir daben anders hintreten vor deinen Thron, als mit Empfindungen der Schaam, herzlicher Betrübniß und aufrichtis ger Reue! wie sollten wir nicht mit gerührter Seele in tiefer Demuth zu dir flehen: ,, Gott sey uns Sündern gnädig!"
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ed Wohl uns, daß wir auch bey der größten Mangelhaftigkeit an deiner Gnade und BarmHerzigkeit nicht verzweifeln dürfen! Als einen gerechten, aber auch als einen gnädigen und langmüthigen Gott hat sich uns der geoffenbart, der für unsre Sünden am Kreuze starb; als einen Gott, der selbst auf tief gefallene Sünder mit Baterhuld und Schonung herabsieht, und ihnen ihre Sebltritte vergiebt, wenn sie ihre Sünden erFennen eine aufrichtige Reue und Betrübniß darüber empfinden und sich mit dem ernsten Borsaße der Besserung seinem Richterſtuhle naben; als einen Gott, der nicht Gefallen hat an dem Tode und Verderben des Sünders, sondern


