Druckschrift 
Gesangbuch zum gottesdienstlichen Gebrauche für protestantisch-evangelische Christen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

8

Bestimmung des Menschen,

stúrbe, ganz, des Todes Naub, verdurbe?

5. Nein, Verachter, mei­nen Glauben, daß ich nicht ganz sterblich sey, soll kein Blendwerk je mir rauben, feines Leichtsinns Spotte­ren! Meine Seele ist kein Rauch, ist ein Funken, ist ein Hauch, den ich von dem Schöpfer habe, ihn verweht kein Sturm im Grabe.

6. Geist! das ist mein ho­her Name. Dieser Leib ist Hulle nur; einst des edlern Leibes Same auf der Aufers stehung Flur! Wie ein Sa­menkorn verdirbt, Frucht zu tragen, also stirbt auch mein Leib, ein höh'resLeben einem edlern Keim zu geben.

7. Nein, Gott schuf nicht unsre Seelen blos für einen Augenblick; schuf sie nicht, um sie zu quälen; schuf sie für ein ewig Glück. Nur für dieses schuf er sie; Seelen, Seelen sterben nie; selig ma­chen, oder richten, wird er fie, und nicht vernichten!

8. Dieser heiße Durst im Herzen nach der Unver: gånglichkeit; dieser Drang in Leid und Schmerzen nach der Heimath aus der Zeit­

Zeugen, Bürgen sind ſie mir, daß ich mich, mein Gott zu dir, daß ich einst, wohin ich strebe, mich er­heb', und ewig lebe!

9. Du, o Schrecken, im Gewissen der Verbrecher; du, o Ruh', und was From me nur genießen, hoher Friede Gottes, du- Zeu­gen, Bürgen seyd auch ihr, wann der Tod mich schre­cket, mir, daß mein Geist nicht sterben werde, wann der Leib zerstäubt zu Erde.

10. Dankt es Jesu, Got­teskinder, daß euch keine Zus kunft schreckt; daß des Todes Überwinder einstdieSchlum­mernden erweckt! Euch em pfängt, send ihr ihm gleich, wannihr sterbt, ein himmlisch Reich, wo zu einem bessern Leben Gott die Seinen wird erheben.

11. Ewig, ewig werd' ich leben; sicher der Unsterba lichkeit, streb' ich mich empor zu heben über jeden Traum der Zeit. Wandeln will ich vest und still, jeden Pfad des Rechts, und will, un­verrückt zum Ziele streben, hier schon für den Himmel leben!