Bestimmung des Menschen,
allem streben, was groß|| Mångel ben steter Selbste und edel heißt; verlich dir veredlung ab, so prangst du hoher Gaben und reger dort als Engel, umfaßt Kräfte viel, denn glänzend gleich deinen Staub ein und erhaben ist, Sterbli- Grab. Dort sieht dein Geist cher, dein Ziel. stets heller, was er hier dunkel sah', und wächst im Guten schneller, als es einst hier geschah'. Hier wandelst du auf Erden, als Kind, an Gottes Hand, um dort ein Mann zu werden, an Kraft und an Verstand.
2. Was sind die SeelenFräfte des Thiers, das nicht vernünftig denkt? Auf thierische Geschäfte sind sie vom Schöpfer eingeschränkt. Es kann bey blinden Trie: ben, die es befolgen muß, nichts suchen und nichts lieben, als sinnlichen Genuß; steht auf der Schöpfung Lei ter, o Mensch, tief unter dir, und steiget hier nicht weiter; du bleibst sein Herr scher hier.
3. Mit edlern Fähigkeiten, die ewig wachsen, pran gest du, und an Vollkom menheiten nimmst du durch Fleiß und Uebung zu. Du mehrst der Weisheit Schåge, indem du täglich lernst, vollbringst des Herrn Geseze stets leichter, ist dir's Ernst. Du darfst nur stand haft ringen, so stärkt sich deine Kraft, dich selber zu bezwingen, und du wirst tu gendhaft.
4. Ja, legst du deine
5. Groß ist dein Seelenadel; dein Ziel ist die Vollkommenheit. EinLeben ohne Tadel führt dich, o Mensch, zur Seligkeit. Heil ewiglich dem Frommen! Er folget immerdar dem Jesu, der vollkommen, wie Gott, sein Vater, war. Drum wird er einst, erhoben hoch über Tod und Grab, den Gott vollkommen loben, der Menschenwerth ihm gab.
6. Lobsinge, Mensch, lobsinge dem Herrn; denn ewig ist dein Loos! Sey thätig, strebe, ringe, so wirst du edel, gut und groß. O, trag' der Leiden Bürde getrost, als Christ und Mann, weil sie des Geistes Würde erhö hen soll und kann. Stets


