Morgenlieder.
11
Nacht, der Morgen. O du, der Sinn, wenn mich der Tod will meine Leiden sah, mein Sehnen, schrecken, und mir, weil ich ein Wünschen, Sorgen, schweig nicht Sünder bin, will Gram vor sich allein bei meinem Schrei'n, der erwecken. Laß nur an dir mich, du den Wurm erbörest und Men- weil ich hier noch leben werde, schen Mitleid lehrest. hangen, so werd' ich Trost era
2. 3u wem fleh' ich sonst, als tangen.
zu dir? Nur du, Gott, kannst mel, Gott des Himmels und der- erhören; nur du kannst Trost in
Leiden mir, kannst Hülfe mir ge: 20. Höchster Gott, durch deiz wahren.
nen Segen kann ich
Blick auf mich her, All- fröhlich und gesund diese Nacht gütiger! Erbarmer deiner Werke, zurücke legen; darum preist dich gieb mir Vertraun und Stärke, Herz und Mund. Denn du willst 3. Die Lust zum Leben, die du für alle Treu nichts, als daß mir so tief ins Herz gepräget, die man dankbar sei. Freundesliebe, die du mir als 2, Segue heute mich som Neus Pflicht selbst auferleget, und was en, weil du segnen kannst und der Tod dení Leibe droht, dringt mußt; denn mit Wohlthun zu mit der Krankheit Schmerzen erfreuen, das ist deine Herzenss nach dem beklemmten Herzen. lust. Und du machst die milde Hand täglich aller Welt bekannt. 3. Segne mich mit deinem ten! Zu dir ruf ich in meiner Noth, Geiste, welcher alle Seelenkraft mich aus der Angst zu retten. Ver- mir zum Christenthume leiste, laß mich nicht! Denn für mich daß es gute Werke schafft, und spricht dein Sohn, der größte Be- den Sünden insgemein ein ges ter, und bei dir mein Vertreter. schworner Feind mag sein,
4.3u mir ruf, sprichst du, in der Noth, so will ich dich errets
5. Verlängre meiner Tage 4, Segue mich mit Chrifti Zahl, und laß mich, laß mich les Blute über meine Missethat, ben! Sprich zu dem Sünder weil er das auch mir zu gute noch einmal; Genese, du sollst mildiglich vergessen hat. Gláus leben! so lernt von mir ein Sún- big halt' ich mich daran, daß der, dir vielleicht noch Ehre ge- mich nichts verdammen kann. ben und rettet sich das Leben, 5. Segne mich mit deinem
6. Doch willst du, daß ich diese Worte; schreib es in mein Herz Welt nach deinem Rath verlasse; hinein, daß es mag an jedem Ors so thue, Gott, was dir gefällt; te meines Wandels Richtschnur gieb nur, daß ich mich fasse! sein, Leuchtet mir dieß LebensLaß das mich sehn und es vers licht; ei! so fehl und fall ich nicht. stehn, was Christus mir erwors 6. Segne mich in meinem ben, der auch für mich gestorben. Stande; zieh mein Herz mit
7. Dieß práge tief in meinen Klugheit an, daß ich solchen ohne
Schanz


