Gebete vor und nach Gewittérn. 902 309
Bund auf eine so feierliche Weise mit dir zu erneuern! möchte ich doch, o Jesu, von nun an täglich in dankbarer Erinnerung an den erneuerten Eid der Treue leben! Gib, daß ich das, was ich dir jetzt bei deinem Gnadens mable angelobet habe, niemals vorsäßlich brechen, sondern demselben auf's Möglichste nachkommen möge. Laß mich dir on nun an in Heiligkeit und Gerechtigkeit dienen, bis ich dereinst nach vollendetem Pilgrimslauf in deine ewige Herrlichkeit aufgenommen werde!
Dankgebet nach dem heiligen Abendmahl.
Ich danke dir, Herr Jesu Christe! daß du mich durch diese heilsame Gabe,
deines Leibes und Blutes erquicket hast, und bitte deine Barmherzigkeit, daß du mir solches gedeihen lasseft zu einem starken Glauben an dich, und zu brünstiger Liebe gegen meinen Nächsten; zu christlicher Geduld in allen Leiden, zu schuldigem Gehorsam im Leben und Tod, der du mit Gott dem Bater in Einigkeit des heiligen Geiftes lebest und regierest immer und ewiglich!
Gebet bei Donnerwettern.
Gott, ott, du allmächtiger Herr der Welt, der du große Dinge thuft, im Hims
mel und auf Erden, Herr, mein Gott, du bist sehr herrlich, wenn du den Himmel mit schwarzen Wolken verdeckest, und aus deinem heiligen Dunkel deine Blige leuchten und deine Donner hören läsfest!
Ich bete dich an, mein König und mein Gott! Ich ebre dich in deis ner majestätischen Pracht, und freue mich, daß du dabei auch die Liebe bift und daß ich dich Bater nennen darf, meinen Bater, durch Jesum Chriftum. Wie groß ist deine Macht im Wetter, du Gott der Ehren!
Du siehest die Erde an, so bebt fie; du rühreft die Berge an, fo rauchen sie. Aber wie groß ist auch deine Weisheit und Güte, welche unfrer Erde auch in Wettern wohl thut, die schwüle Luft von schädlichen Dünsten reiniget, die welkenden Gewächse erfrischet, und die schmachtenden Geschöpfe erquicket! Herr, wie sind deine Werke so groß und viel! Du haft fie alle weislich geordnet, und die Erde ist voll deiner Güte.
D laß mich jest mit findlicher Ehrfurcht und Freude hinaufsehen nach deiner heiligen Höhe! Laß meine Andacht nicht seyn, wie das Gebet der Sünder und Heuchler, die im Wetter sclavisch zittern, aber bei heiterm Himmel dich vergessen und deiner spotten. Ich weiß, daß du, mein Schöpfer, alle Dinge in der Welt zu Werkzeugen deiner Gerechtigkeit machen, und zum Berderben der Sünder brauchen kannst; das Sandkorn eben sowohl, als den Blig einer Wetterwolke.
Aber wenn ich nur immer fromm und gottesfürchtig wandle, und dazu gib du mir Gnade! alsdann kann ich mich jederzeit deiner Gnade freuen, die sich unser in Chrifto Jesu erbarmet, und keine Lust hat am Bers derben des Sünders: alsdann kann ich) den Troft haben, daß ohne dich kein Haar von meinem Haupte fällt; daß ohne deinen Willen kein Berderben meine Hütte, kein Schaden unsre Felder trifft; oder wenn du auch eine Prüs fung über mich wollteft kommen lassen, daß doch Alles zu meinem Besten von dir wird gelenket werden!
Hier bin ich denn, mein Bater! Mit Allem, was ich bin und habe, ergebe ich mich in deine Baterhuld, und überlasse mich deinem Schutz!
Bewahre mich und die Meinigen und alle Menschen! Behüte die Früchte des Landes, und segne uns an Seele und Leib mit deinen Gütern! Gott, tröste uns! Laß leuchten dein Antlig über uns, so genesen wir! Amen.
Danksagung nach dem Ungewitter.
Du, Herr, baft Großes an mir gethan, und aus Gnade den Schaden abgewendet, den dieses fürchterliche Wetter hätte anrichten können! Lob und


