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Gesangbuch für die protestantische Kirche des Königreichs Bayern
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302 Morgen- und Abendgebete auf alle Wochentage.

derbe! Nun, ich hoffe darauf, daß du so gnädig bift, mein Herz freuet fichy, daß du so gerne Hilfeft! Ich will dem Herrn fingen, daß er so wohl an mir thut! Amen.

Morgengebet am Freitage.

Gott, du bist mein Gott, früh wache ich zu dir, es dürftet meine Seele

nach dir! Denn deine Güte ist vor meinen Augen, und deiner Barmherz zigkeit hab' ich's zu danken, daß ich abermals das Tageslicht erblicket habe! Herr, was ist der Mensch, daß du dich sein so annimmst? und des Menschen Kind, daß du ihn so achtest? Du läsfest deine Sonne aufgeben über die Bö­sen und über die Guten: ach! daß ich nicht unter die Zahl der Undankbaren und Boshaften gehören, und deine Langmuth nicht mißbrauchen, sondern dir, meinem Schöpfer und Erhalter, mit rechtem Ernst dienen möchte! Erhalte meinen Gang auf deinen Fußsteigen, daß meine Tritte nicht gleiten! Be= hüte meinen Mund, und bewahre meine Lippen! Bewahre mich, daß ich nicht bösen Beispielen folge, sondern meine ganze Gesinnung, nach der Ans weisung deines Wortes einrichte! Laß mich diesen Tag in meinem Chriften­thum nicht ab, sondern zunehmen! Lehre mich wachen und beten, auf daß ich nicht in Anfechtung falle, noch auf eine Thorheit gerathe! Das gute Werk, das du in mir angefangen hast, vollführe bis an den Tag Jesu Chrifti, und wirke in mir beide das Wollen und das Bollbringen dergestalt, daß ich im Glauben nicht schwach, und in Uebung der Gottseligkeit nicht laut werde, sondern mit Wahrheit sagen könne: ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebet in mir! Mit dem, was meine zeitliche Wohlfahrt betrifft, mache es so, wie du nach deiner unendlichen Weisheit erkennest, daß es zu deiner Ehre und meinem Heil dienlich sey! Willst du mich durch Kreuz prü­fen, so verleihe mir dazu Muth und Stärke des Glaubens, Geduld, Ges laffenheit, und die Hoffnung, daß mir durch deine Borsehung alle Dinge zum Besten dienen müssen!

Tröste mich wieder mit deiner Hülfe, und dein freudiger Geift treibe die Traurigkeit aus meinem Herzen! Auf dich, Herr, Herr, sehen meine Augen, ich traue auf dich! Amen.

Abendgebet am Freitage.

Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen! Heilig,

beilig, beilig bist du, Herr Zebaoth! Alle Lande sind deiner Ehren voll! So soll dir nun auch aus meinem Munde ein Lob bereitet werden: meine Lippen und meine Seele, die du erlöset haft, find fröhlich, und preisen dich für alle deine bekannte und unbekannte Wohlthaten, welche du mir an dem heutigen Tag erzeiget haft! So sey mir ferner gnädig, und schüße mich auch in dieser Nacht! Laß mich mit guten Gedanken einschlafen, behüte mich) vor unglück, sende deine Engel, daß sie mich bewachen, und dein Friede res giere in meinem Herzen! Mein beschiedenes Theil Trübsal mache mir durch deine Güte erträglich, und komme auch allen andern Mühseligen und Bes ladenen zu Hülfe, auf daß du erquickest den Geist der Gedemüthigten, und das Herz der Zerschlagenen! Wir leben in der Welt, umgeben mit unzäh= Ligen Gefahren: doch du kannst uns aus aller Noth erlösen, du verbirgeft uns heimlich vor Jedermanns Troß.

Herr! weß soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich, und bin gewis, du verläsfest mich nicht; ja, ich werde dir noch danken, daß du meines An­gesichtes Hülfe und mein Gott bist! Amen.

Morgengebet am Samstage.

o habe ich denn durch deine Güte, Bater im Himmel, auch den letzten Tag in der Woche erlebt! Deine Barmherzigkeit währet von einem Tag zum andern. Du wirst nie müde, uns Gutes zu erweisen, wenn wir gleich wft so bald müde sind, dich für deine Wohlthaten zu preisen!