Dorrede.
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Die sechste: Es ist ein groffer Greuel in den Jugen GOts tes und aller feiner Kinder, wenn ein aufe gottlofer keus te die schönsten Lieder singet, ohne Braft und Segen der Seele. GOtt beschweret fich unter andern heuchlerischen Wer den der Jüden, auch über das Geplerr ihrer Lieder Amos. 5, 23. Und was fan auch wahren Gläubigen betrübter seyn, als wann sie fo ein ungdttliches Geschren der heuchlerischen Belt mit anhören misfen? Wie viele tausend rufen mit lauter Stimme: Komm heilis ger Geist, HErre GOtt sc. und ist ihnen noch nie in den Sinn ge Fommen, diesem guten Geißte in sich Raum zu geben? Wie man nach Joh. 4.24. im Geist und in der Wahrheit beten soll: also ift man auch im Geist und in der Wahrheit zu singen verpflichtet; weil fingen nichts anders ift als beten. Dieses wenige zu erinnern, gibt mir Gelegenheit, da man wegen Abgang der vorigen Eremplas rien unsers Wernigerddischen Gesang Buchs, eine neue Auflage deffelben zu machen, gendthiget worden. Es ist dieselbe die fünfte, davon die erste ber sel. D. Neuf( dessen Andencken annoch bep allen rechtschaffenen in unserer Grafschaft im Segen ist) Anno 1712. heraus gegeben. Nach dem ist die andere Auflage 1727. heraus. fommen. Worauf die dritte 1735. erfolget. Und die vierte 1738. Man hat in den bepben leszteren eine dreyfache Veränderung gemachet. Die erste bestehet in anderer Einrichtung der Titel; die andere darin, daß einige Lieder, so in den vorigen beyden Editionen befindlich, in dieser weggelaffen, und andere an der felben Stelle gesetzet worden; und die dritte darin, daß man die Noten zu den unbekanten Melodeyen hinzugethan. Man hat sich bemühet, den Kern alter und neuer Lieder hier zusammen zu brin gen. Jene find insgemein lehrreich und nachdrücklich; diese aber ere wecklich und erbaulich. Beyderley aber hat man aus den besten Gefang: Büchern zusammen gezogen. Einige der neuen find noch niemals gedruckt gewesen. Senfien ist noch zu melden, daß der gange Titel vom natürlichen Verderben der Dienschen in den An bang hat müssen gefeget werden, weil er an ferner rechten Stelle, nemlich vor dem XXII. Titel vom wahren und falschen Christenthum, ans verfeben vergessen worden. GOtt lege auch auf dieses Gesangs Buch einen überschwenalichen Segen, und laffe ihm viele Hertzen das durch zubereitet werden, die ihm zu Ehren im Glauben fingen und beten fdnnen, um Chrifti willen.
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