Vorrede.
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Ingen ist nichts anders als Beten, und hat diesen befon dern Vortheil, daß in einem Gefange viele zugleich auf eine bequeme Beife einerley beten können. Denn in dem alle dieienigen, welche singen, nicht allein einerley Worte des Gebets vor sich haben, sondern auch die Stimme auf eine gleichförmige Art einrichten; so hindert einer den andern nicht, und ist die darin befindliche Harmonie sum erwecklichen Beten viele mehr sehr bequem und förderlich. Es tönnen also auch bey dem Gingen alle dieienigen Regeln flatt haben, wodurch man ein iedes Gebet sonst pfleget erbaulich einzurichten. Doch weil in einem Ge fange, wie schon gesaget, noch dieses besondere lieget, daß er zu einem gemeinschaftlichem Gebet sehr bequem ist, und durch die Harmonie der Stimmen, die zugleich fingen, auch besondere Er wedkung machen kan; so kan man in Betrachtung dessen auch eigene Anmerkungen geben, wie das Singen insbesondere heilsamlich zu gebrauchen. Hievon ist nun
Die erste: Man fuche sich des Singens fonderlich zue Ermunterung mit andern zu bedienen. Paulus, wenn er Col. 3, 16. lehret, wie Kinder GOttes sich unteinander lehren und ermahnen sollen, seget: es müsse geschehen mit Pfalmen und Rob Gesängen, und geistlichen, lieblichen Liedern, und sie sollen dem HErrn fingen in ihren Bergen. Wer wole te leugnen, daß hier der Apostel dem Singen eine besondere Kraft, die Hergen zu erwecken, beylege? Wer siehet nicht auch hieraus, daß rechtschaffene Christen, wenn sie zu ihrer Ermunterung zusams men kommen, sonderlich auch mit einander zu singen verbunden feyn. O lernete dieses die Belt, welche bey ihren Zusammenkünfe ten complimentiret, fcherget, lüget, den Nächsten durchziehet, fpielet, und dergleichen Wercke der Finsterniß treibet, wie gar balb würde ihr Zusammenkommen im Segen, und nicht mehr zum Fluch ihrer Seelen, geschehen?
Die andere: 3ft iemand in dem HErrn frölich, und füh let! befondere Freudigkeit des Glaubens, Abba, lieber Dater, zu sagen, der hat hierin einen befondern Beruf zu fingen. Man lese hievon die nach dendlichen Worte Jac. 5, 13. Leidet iemand unter euch, der bete: ift iemand gutes Muths, der finge Pfalmen. Die Freudigkeit des Hergens fol also ia nicht zur Fleisches Freyheit, sondern zum Lobe GOttes, und Singen seinem herrlichen Namen, angewendet werden. Die 22 Self


