Am 15. Sonntage nach Trinitatis. 105 selbigen eins. So denn GOtt das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute schet, und morgen in den Ofen geworfen wird, sollt er das nicht vielmehr euch thun? O ihr Kleinglaubi, gen! Darum sollt ihr nicht sorgen, und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach solchen allen trachten die Heyden, denn euer himmlischer Bater weiß, daß ihr des alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes, und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum forget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe.
Epistel, Gal. V. v. 25. bis Cap. VI. v. 10.
So
wir im Geiste leben, so lasset uns auch im Geiste wandeln. Lasset uns nicht eiteler Ehre geizig seyn untereinander, zu entrüsten und zu haffen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehl übereilet würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanftmüthigem Geist, die ihr geistlich seyd, und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versucht werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. So aber sich jemand läsfet dünken, er sey etwas, e
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