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Geistliche und Liebliche Lieder, Welche der Geist des Glaubens durch D. Martin Luthern, Joh. Herrmann, Paul Gerhard, und andere seine Werkzeuge [...] gedichtet, und die bisher in Kirchen und Schulen der Königl. Preuß. und Churfürstl. Brandenburgischen Landen bekandt [...] / nebst Einigen Gebeten und einer Vorrede von Johann Porst
Entstehung
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Vorrede.

3 unendlich ist GOtt in seiner Süßigkeit. Siehe Mülls Göttliche Liebes flamme. 2 Buch, cap. 1. pag. 4026. 1027. 1038. 1039.

Gleichwie nun ein jeder Christ GOtt fleißig bitten soll, daß Er ihm feinen Heil. Geist schencken wolle, auf daß er im Geist und in der Wahrheit möge singen können, welches ohne den Heil. Geist ohnmöglich geschehen kann: also muß Er sich auch befleißigen, dasjenige, was er finget, wohl zu übers legen, um den rechten Berstand desselben zu erlangen. Wie denn auch, damit nicht jemand Ursach habe, sich mit dem Cammerer, Up. Gefch. 8, 30. 31. über Mangel der Unterweisung zu beklagen, treue Lehrer bemühet seyn, ih, ren Zuhörern den rechten Verstand der Lieder beyjubringen.

Erkennet auch ein Christ den lieben GOTT recht als einen Seind aller Seucheley, Lügen und gottlosen Wesens, Pf. 5, 5.7. fo wird er sich vor allen Dingen ernfilich bestreben, daß, wie Herk und Mund in der Andacht und Verstande, das ist, im Geist: also auch der Mund und das Leben in der Sache selbst, oder in der Wahrheit, übereinstimmen mögen. Sonst flingts wol fein, wenn der Mund singt: JEsu meine Freude, u. f. w. Wo man aber dennoch an Geld und Gut seine Freude hat; wo man sich noch mit schnöder Wollust weidet, u. s. w. so ist solches Singen Lügen und Heucheley.

Von solchen mag man mit Paulo sprechen: Sie sagen, fingen und tonen: fie erkennen GOtt, aber mit den Wercken verleugnen fie es. Tit. 1, 16. Sie singen: Isu meine Freude: Aber mit dem Leben verlengnen sie es, worinnen die Welt und Wollust ihre Freude ist. Hin gegen nun prüfet sich derjenige, der GOtt, den Hertens Kündiger, recht ers Fennet, so oft er fingen will, und was er singet, ob er auch vor GOTT, als vor dessen Angesicht er stehet, also beschaffen sen, wie er mit dem Munde finget? Ob fich das so in seinem Leben und Wandel wircklich so befinde, wie er im Gesangbuche von sich ausgiebt? Und gehet sodann sein Fleiß dahin, daß er die schändliche Heucheley vermeiden, und GOtt, wie in dem Gesange, also auch mit dem Leben recht preisen möge. Hierauf zielet die feine Ers mahnung, welche im Concilio Carthaginenfi denen Sångern ist gegeben worden: Videant Cantores( canentes) ut, quod ore cantant, corde credant,& quod corde credunt, operibus comprobent. Das ist: Die Sänger( Singende) mögen wohl zusehen, daß sie, was fie mit dem Munde fingen, von Herzen glauben, und was sie im Bergen glauben, mit der That beweisen. Siche B. Balduin inftit. Miniftr. Eccl. c. 19. 198. Eben dahin gehen auch die schönen Worte Hra. Doct. Lütkemanns, wenn er im Borschmack göttlicher Gute pag. 236. spricht: Es ist ein unaufhörlich Lob GOttes, wenn die Seele im Glauben GOtt anhängt, Thn herklich liebt, in ihren Geschäften ihre Gedancken oft ja GOTT richtet, alle ihre Wege in acht nimmt, daß sie nichts vornehme, dadurch GOTT verunchret werde. Ja, dahin sehen auch die ernsten Worte Hrn. Doct. Müllers 1. c. p. 1039. wenn er spricht: Nicht allein aber muß GOttes Lob mit Worten, sondern auch mit Wercken ausges fpros